Welttag Sexuelle Gesundheit 04.09.2017

Am 4. September jeden Jahres ist der "Welttag Sexuelle Gesundheit". Dieser Welttag der sexuellen Gesundheit wurde 2010 von der „World Association for Sexual Health“ (WAS) ins Leben gerufen wurde.

 

Was ist sexuelle Gesundheit? Es ist mehr als die Abwesenheit von Krankheiten (sexuell übertragbaren Infektionen, STI) oder sexueller Dysfunktion. Es geht um die Freiheit von sexuellem Zwang, Missbrauch und sexueller Gewalt. Der Schutz vor Erkrankung im Zusammenhang mit dem Sexualleben muss möglich und entsprechende Behandlungs- und Beratungsangebote erreichbar sein.

 

In Deutschland gibt es politischen Handlungsbedarf zur Stärkung der sexuellen Gesundheit. Auf einer gesundheitspolitischen Agenda sollte die Stärkung der Impfung gegen humane Papillomviren (HPV), die finanzielle Absicherung zur Sicherstellung der Versorgung und Diagnostik im Bereich sexuell übertragbarer Krankheiten und die Möglichkeit der Abrechnung von Behandlungsleistungen nicht-versicherter Personen stehen.

 

Sexuelle Gesundheit wird in Deutschland nicht öffentlich diskutiert. Unterschiedliche Einrichtungen befassen sich je nach Zielgruppe oder Zielsetzung mit dem Thema sexuelle Gesundheit. Viele dieser unterschiedlichen Strukturen sind innerhalb von Deutschland oder international nur bedingt austauschbar bzw. kompatibel.

 

In zahlreichen Ländern der Welt werden auch noch heute Frauen in grausamer Tradition verstümmelt und ihres Lustempfindens beraubt. Ehebrecherinnen droht in einigen islamischen Ländern die Steinigung. Frauen und Kinder werden in vielen Ländern zur Prostitution gezwungen. Ausreichende Gesundheitsprogramme sind nur einem kleinen Teil der privilegierten Weltbevölkerung zugänglich. Homosexualität kann in einigen Ländern die Todesstrafe nach sich ziehen oder führt zu anderer Bestrafung. Global fehlt in vielen Ländern die rechtliche Gleichstellung. Religiöse Vorurteile verhindern die Verwendung von Kondomen und ermöglichen so sexuell übertragbare Erkrankungen. Die Entkoppelung von Sexualität und Reproduktion wird dabei häufig nicht anerkannt.

 

In der Millennium Deklaration der WAS werden folgende Punkte gefordert:

  • Erkennung, Förderung und Wahrung sexueller Rechte für alle Menschen Fortschritt zu Gleichstellung und Gleichbehandlung
  • Verurteilung, Bekämpfung und Reduzierung jeder Form von sexueller Gewalt
  • allgemeiner Zugang zu umfassenden zu umfassender Sexualerziehung, Information und Gesundheitsvorsorge
  • Sicherstellung, dass reproduktive Gesundheitsprogramme die zentrale Bedeutung sexueller Gesundheit anerkennen
  • Verhinderung der Ausbreitung von HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen
  • Erkennen, Ansprechen und behandeln sexueller Anliegen, Funktionsstörungen und Erkrankungen
  • Anerkennung sexueller Lust als Komponente des Wohlbefindens

 

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