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Medizinische Fachbegriffe

und ihre deutschen Erklärungen

Liste in alphabetischer Reihenfolge - bitte wählen Sie:
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Stichwort - Lateinisch Erklärung
 
AbrasioAbschabung, Ausschabung; s. Kürettage. 
AllergologieLehre von den immun., pharmak. u. biochem. Grundlagen, der Diagn. u. Ther. (Karenzmöglichkeiten, spezif. Hyposensibilisierung, Pharmakotherapie) der allergischen Erkr. sowie der spez. Ökologie der Allergene; als Zusatzbezeichnung i. R. der ärztl. Weiterbildung nach mind. zweijähriger allergolog. Tätigkeit zu erwerben. 
AmblyopiebehandlungSchwachsichtigkeit eines od. seltener beider Augen mit Veränderungen im Corpus geniculatum laterale u. Funktionsdefekten in der Sehrinde; A. ist die Folge einer Entwicklungsstörung des Sehvermögens entw. inf. sehr schlechter Abbildungsleistungen eines bzw. beider Augen od. inf. zentraler Unterdrückung der visuellen Informationen eines Auges bei massiven Differenzen zw. den Netzhautbildern beider Augen; Ther. entspr. der zugrundeliegenden Störung nur bei rechtzeitigem Beginn im Kindesalter erfolgreich; Formen: 1. Deprivationsamblyopie (Amblyopia ex anopsia); entsteht am betroffenen Auge bei Sehbehinderung, z. B. Medientrübung (Hornhaut, Linse), Ptosis od. Aphakie; 2. Refraktionsamblyopie (Amblyopia ex anisometropia); entsteht bei Anisometropie* am höher ametropen Auge u. bei beidseitig hoher Hyperopie; Ther. mittels Brillenkorrektion; 3. Schielamblyopie; entsteht bei Strabismus* am Schielauge; Ther. mittels Okklusionstherapie* od. Penalisation*. Vgl. Intoxikationsamblyopie. 
Amniozentesesyn. Amnionpunktion; Punktion der Amnionhöhle; 1. meist transabdominal (durch die Bauchdecken der Mutter); 2. transzervikal (bei Geburtsbeginn durch den Zervixkanal, z. B. mit Hilfe des Amnioskops); Kompl. (Verletzungen von Fetus, Nabelschnurgefäßen od. Plazenta, fetomaternale Transfusion) lassen sich auf ein Minimum reduzieren, wenn die A. unter Ultraschallsicht erfolgt. Ind.: 1. Bestimmung der Bilirubinkonzentration als Maßstab für die Schwere eines Morbus* haemolyticus fetalis (s. Fruchtwasser-Spektrophotometrie); 2. opt. Fruchtwasserdiagnostik* (Grünverfärbung, Vernixgehalt); 3. klin.-chem. Fruchtwasserdiagnose (pränatale Lungenreifediagnostik*, Kreatinin-, Östriol-, Insulinbestimmung); 4. Pränataldiagnostik*. Vgl. Chorionbiopsie. 
Anaerobier-DiagnostikBez. für Bakterienarten, die ausschl. in Abwesenheit von Sauerstoff (obligate A.) od. mit u. ohne Sauerstoff wachsen können (fakultative A.). 
AndrologieMänner(heil)kunde; Lehre von Bau u. Funktion der männl. Geschlechtsorgane, hauptsächl. in bezug auf die Zeugungs- u. Fortpflanzungsfähigkeit u. deren Störungen. Die androl. Untersuchung umfaßt Sexualanamnese, Beurteilung des Körperbaus u. Behaarungsmusters, morphol. u. funkt. Untersuchung der Genitalorgane, Bestimmung der Basiswerte von Testosteron, LH u. FSH sowie evtl. dynamische Hormontests, Sperma*-Untersuchung, Karyogramm* mit Bestimmung des Kerngeschlechts u. Hodenbiopsie* mit histol. Untersuchung. 
Angiographie - Becken/Bein (Gefäßdarstellung)röntg. Darstellung der (Blut-)Gefäße nach Inj. eines Röntgenkontrastmittels* durch direkte perkutane od. (häufiger) indirekte Punktion eines Gefäßes unter Anw. der Seldinger*-Methode; Formen: 1. Arteriographie: Zugangswege sind die A. femoralis, A. axillaris od. A. brachialis bzw. die Aorta (s. Aortenpunktion) u. die A. carotis; Ind.: v. a. präoperativ bei art. Verschlußkrankheiten, Mesenterialarterienverschluß, Aortenaneurysma, Nierentumoren (s. Renovasographie); zur Darstellung extra- u. intrakranieller Hirngefäße vor Op. zerebraler (Gefäß-)Prozesse u. zur Feststellung des Hirntods; thorakale A. v. a. bei angeb. od. erworbenen Anomalien der Aortenklappen u. Koronararterien (als Koronarangiographie*), des Aortenbogens u. der brachiozephalen Gefäße; 2. Phlebographie (Venographie): Darstellung der Venen nach direkter Punktion einer Hand- od. Fußrückenvene bzw. als Kavographie*; Ind.: v. a. Thrombosen bzw. Störung des venösen Abflusses durch Kompression des Gefäßes von außen; 3. Lymphoszintigraphie*; Technik: konventionelle Durchführung od. als digitale Subtraktionsangiographie* (vgl. Lymphographie); Kontraind.: Kontrastmittelallergie, hämorrhagische Diathese, schwere Niereninsuffizienz u. dekompensierte Herzinsuffizienz; Kompl.: anaphylaktischer Schock, Blutungen, Gefäßwanddissektion, Thromboembolie. 
Antibiogramm (Resistenzbestimmung)Ergebnis versch. bakteriol. Untersuchungsmethoden zur Resistenzbestimmung von Bakt.; Methoden: 1. a) Reihenverdünnungstest: in unterschiedl. Konz. werden Chemotherapeutika od. Antibiotika in festen od. flüssigen Nährmedien gelöst. Die Nährmedien werden mit einer definierten Keimzahl beschickt; die Auswertung erfolgt durch Vergleich mit einem Kontrollmedium, das keine Chemotherapeutika enthält. Als minimale Hemmkonzentration (Abk. MHK) gilt die Konz., bei der nach 20 Std. kein sichtbares Wachstum nachweisbar ist; die minimale bakterizide Konzentration (Abk. MBK) ist die Konz., bei der nach 20 Std. keine lebensfähigen Bakt. mehr nachweisbar sind. b) Brake-point-Methode: Reihenverdünnungstest mit nur 3-4 Antibiotikakonzentrationen, die im Bereich der Resistenzgrenze liegen. 2. Agardiffusionstest, Hemmhoftest: Chemotherapeutika werden in einem Stanzloch od. auf imprägniertem Filterpapier (Blättchentest) auf die Nährböden aufgebracht, die mit Bakt. beschickt wurden. Die Chemotherapeutika diffundieren in den Nährboden; bei Empfindlichkeit der Err. bilden sich um die aufgelegten Filterpapierblättchen Hemmhöfe. Die Größe der Hemmhöfe korreliert mit der Empfindlichkeit der Err. gegen das Chemotherapeutikum. Der Agardiffusionstest kann auch verwendet werden, um die Konz. antibakterieller Substanzen in Körperflüssigkeiten zu bestimmen (s. Abb.). Vgl. Resistenz, Untersuchungsmethoden, bakteriologische.  
ArthroskopieUntersuchung eines Gelenkraums mit einem spez. Endoskop* (Arthroskop), das nach Auffüllen des Gelenks mit Flüssigkeit (Ringer-Lösung), selten auch Gas (CO2), über eine Stichinzision in Lokalanästhesie od. Narkose eingeführt wird; Ind.: 1. diagn. bei unklaren Gelenkbeschwerden, auch zur Probeexzision aus der Synovia; 2. therap. i. R. arthroskopischer Op. (mit Einführung spez. Instrumente in das Gelenk durch eine zusätzl. Stichinzision), s. Tab.; Kompl.: Knorpelverletzung, Gasemphysem, Infektion.  
Autogenes Trainingkonzentrative Selbstentspannung nach J. H. Schultz, bei der durch verbale Affirmation das Empfinden von Schwere, Kühle, Wärme, Luftströmung u. ä. eingeübt u. dadurch eine Entspannung herbeigeführt wird; Anw.: u. a. als aktivierende Maßnahme i. R. der sog. kleinen Psychotherapie (z. B. bei psychogenen Störungen, Schlafstörungen, psychovegetativem Syndrom, nicht jedoch bei komplizierten Neurosen) u. als Entspannungsmethode in der Stimmtherapie (bei Stimmstörungen). A. T. kann nach Einübung auch ohne Arzt bzw. Therapeut durchgeführt werden. 
 
Balintgruppe für Ärzte u. TherapeutenBalint-Gruppe (Michael B., Psychoanalytiker, Biochem., Budapest, London, 1896-1970): berufsbezogene Selbsthilfegruppe*; nicht psychotherap. tätige Ärzte u. Angehörige med. Hilfsberufe finden sich über einen längeren Zeitraum zusammen, um unter psychotherap. Supervision Fälle aus der eigenen Praxis zu diskutieren. Im Mittelpunkt dieser Gruppenarbeit stehen Gespräche über die Beziehung zw. dem Behandelnden u. seinen Pat. hinsichtl. aufgetretener Störmomente u. positiver Einflüsse. Der Gruppenprozeß dient dazu, sich eigener Haltungen u. Reaktionen bewußt zu werden. Vgl. Gruppendynamik, Selbsterfahrungsgruppe, Arzt-Patient-Beziehung.  
BalneophototherapieLichtbehandlung nach Anwendung von Sole 
Bera Recruitmentprüfung Abkürzung für: brainstem electric response audiometry und brainstem evoked response audiometry Hörprüfung bei Innenohrschwerhörigkeit (Morbus Menière) 
 
ChirotherapieHeilmethode beruhend auf Handgrifftechniken zum Einrichten von durch Verschiebung der Wirbel gegeneinander entstandenen Einklemmungen im Zwischenwirbelbereich. Nicht ganz ungefährlich 
Chirurgie - ambulante OP/ minimal invasiveAbk. MIC; Bez. für eine möglichst schonende u. wenig belastende Operationstechnik unter Verzicht auf eine breite Eröffnung von Körperhöhlen durch Einsatz von Endoskopen u. extrem verkleinerten Instrumenten; Anw. z. B. zur laparoskop. Operation chir. Erkr. (Appendizitis, Cholelithiasis, Hernien, Verwachsungen) od. zur arthroskop. Beseitigung kleinerer Gelenkschäden 
Coloskopieendoskop. Untersuchung des Dickdarms (Colon) unter Verw. eines flexiblen Spezialendoskops (Koloskop) mit der Möglichkeit zur Biopsie* u. zur Durchführung kleiner op. Eingriffe (v. a. endoskopische Polypektomie*); Ind.: persistierende Durchfälle unklarer Ätiol., röntg. od. klin. Verdacht auf entzündl. Dickdarmerkrankungen (u. a. Enteritis regionalis Crohn, Colitis ulcerosa), Darmpolypen od. maligne Tu. (kolorektales Karzinom); relative Kontraind.: schwere lokale Entz., z. B. bei Colitis ulcerosa, toxischem Megakolon, akuter Divertikulitis (Perforationsgefahr!).  
Computertomographieröntgendiagn., computergestütztes bildgebendes Verf.; mittels einer Röntgenröhre u. eines spez. Blendensystems wird ein schmaler Fächerstrahl erzeugt, der innerh. der durchstrahlten Körperschicht des Pat. in Abhängigkeit von den vorhandenen Strukturen versch. stark geschwächt wird. Mittels eines mit einer Vielzahl von Detektoren bestückten Detektorkranzes wird diese abgeschwächte Röntgenstrahlung als Signal empfangen, elektron. aufbereitet u. einem Rechner zugeführt. Während der Signalakquisition dreht sich das System aus Röhre u. Detektoren gemeinsam um die Mitte des kreisförmigen Meßfeldes. Auf diese Weise werden viele versch. Projektionen derselben Schicht erzeugt u. im Rechner zu einem Bild verarbeitet, das die Verteilung der Schwächungswerte in der durchstrahlten Körperschicht darstellt. Die Schwächungswerte werden als Hounsfield-Einheiten (Abk. HE) angegeben, sind auf Wasser bezogen (0 HE) u. sollten in Form einer Grautonskala jedem Bild beigeordnet sein; die Dichtewerte erlauben in gewissen Grenzen eine Gewebeerkennung (Luft: -1000 HE, Fett: -50 HE, koaguliertes Blut: 20-30 HE, kalzifizierter Knochen: bis 500 HE). Beim Vergleich mit den übl. Röntgenbildern weisen CT-Bilder eine wesentlich höhere Kontrast-, jedoch geringere Struktur- u. Formauflösung auf. Die CT dient insbes. zum Nachw. umschriebener u. diffuser morphol. Veränderungen (z. B. Tumoren, Metastasen, Abszesse, lymphatische Systemerkrankungen) in Ergänzung zur Ultraschalldiagnostik, Szintigraphie, konventionellen Röntgendiagnostik u. Kernspintomographie*.  
CytologieLehre vom Bau u. der Funktion der Zellen Zytodiagnostik - Untersuchung gefärbter Zellen aus Abstrichen, Punktaten oder Gewebsproben 
 
Desensibilisierungsensus Empfindung, Gefühl): 1. (psychol.) verhaltenstherapeutisches Verfahren zur Reduktion einer Angst od. Phobie; gemäß seiner individuellen Angsthierarchie wird der Klient in aufsteigender Folge systematisch unter Anwendung zuvor erlernter Entspannungstechniken mit angstauslösenden Situationen gedanklich od. real konfrontiert u. lernt diese schrittweise zu bewältigen. Ziel der D. ist die angstfreie Begegnung mit der ehemals angstauslösenden Situation. 
 
EKGVerfahren zur Registrierung der Aktionspotentiale des Herzens, die von der Körperoberfläche, intrakardial (s. Elektrokardiographie, intrakardiale) od. intraösophageal (s. Ösophagus-Elektrokardiographie) abgeleitet u. als Kurven aufgezeichnet werden (Elektrokardiogramm); dabei entsprechen den Schwankungen der Kurven einzelne Phasen des Herzzyklus* (s. Tab.). Die Kurven entstehen als Summation der Stärken u. Richtungen der Erregungsleitung in den einzelnen Myokard- u. Nervenfasern, sie werden durch dem Herzen räumlich unterschiedlich zugeordnete Ableitungen registriert. Man unterscheidet sog. bipolare Ableitungen, die Potentialdifferenzen zw. zwei vom Herzen entfernten Punkten (Elektroden) abbilden (Einthoven-, Nebh-Ableitungen) u. sog. unipolare Ableitungen, durch die Potentialschwankungen zw. einer einzelnen Elektrode u. einem neutralen Pol (erzeugt durch Zusammenschluß der übrigen Elektroden) gemessen werden (Goldberger-, Wilson-Ableitungen). Zur räumlichen Darstellung des Erregungsablaufs werden Ableitungen in der Frontalebene (s. Abb.; vgl. Einthoven-Dreieck) u. in der Horizontalebene (Brustwandableitungen*) vorgenommen (vgl. Standardableitungen). Die E. gestattet Aussagen über Herzrhythmus u. -frequenz, Lagetyp* des Herzens, Störungen der Erregungsbildung, -ausbreitung u. -rückbildung im Erregungsleitungssystem* u. im Myokard u. damit auch indirekt über morphol. Veränderungen des Herzens. Vgl. Frank-Ableitungen, Belastungselektrokardiographie, Langzeitelektrokardiographie, Vektorkardiographie. 
Elektronystagmographie (ENG)Methode zur elektr. Aufzeichnung von spontanem u. experimentell ausgelöstem Nystagmus*; da die Retina gegenüber der Cornea negativ geladen ist, bilden die Augen einen rotierenden elektr. Dipol mit entspr. den Augenbewegungen sich ändernden elektr. Feldern, die (als positive od. neg. Ausschläge) mit bitemporal u. oberh. sowie unterh. der Orbitae angebrachten Elektroden abgeleitet u. nach Verstärkung aufgezeichnet werden können. Der Untersuchungsgang umfaßt die Untersuchung auf Spontannystagmus bei offenen u. geschlossenen Augen u. bei geführten Augenbewegungen (Blickrichtungsnystagmus), auf optokinetischen Nystagmus sowie Nystagmus als Folge von Brechreiz u. thermischer Labyrinthreizung. Anw.: zur DD einer gestörten Vestibularisfunktion, i. w. S. als Elektrookulographie* zur Erfassung u. DD diskreter Bewegungsstörungen der äußeren Augenmuskeln. 
Epidural- Anästhesie (Rückenmarksnarkose)Regionale Betäubung durch Einbringen von Lokalanästhetikum in den Rückenmarkskanal syn. Periduralanästhesie 
 
FarbdopplerVerf. der Ultraschalldiagnostik* zur Bestimmung der Blutflußgeschwindigkeit in arteriellen u. venösen Gefäßen sowie im Herzen; vgl. Doppler-Effekt, Duplexsonographie. 
Fazialisdiagnostik - topografischeRückschluss aus der Lähmung auf die Lokalisation der Störung im siebten Hirnnerv 
 
Galaktographiesyn. Duktugraphie, auch Galaktophorographie; röntg. (retrograde) Darstellung der einzelnen Milchgänge der (weibl.) Brustdrüse in zwei Ebenen mit wäßrigem Röntgenkontrastmittel nach Sondierung der Ausführungsgänge mit einer Knopfkanüle; v. a. bei sezernierender bzw. blutender Mamille zusätzlich zur Mammographie 
Gastroskopiesog. Magenspiegelung; endoskop. Untersuchung des Magens unter Verw. eines flexiblen Spezialendoskops (Gastroskop) mit der Möglichkeit zur Biopsie u. zur Durchführung kleiner op. Eingriffe (z. B. Elektro- od. Laserkoagulation blutender Gefäße, endoskopische Polypektomie); Ind.: wichtige Untersuchungsmethode bei rezidivierenden Oberbauchbeschwerden u. Verdacht auf Magenschleimhauterosionen, Gastritis, Ulcus ventriculi, Magenpolypen od. Magenkarzinom, als Kontrollgastroskopie u. sog. Notfallendoskopie zur Lokalisierung der Blutungsquelle bei gastrointestinaler Blutung im Bereich des oberen Magen-Darm-Trakts (ggf. als Ösophago-Gastro-Duodenoskopie). Die Inspektion von Antrum u. Kardia des Magens ist nach starker Flexion der Instrumentenspitze möglich (sog. Inversionsgastroskopie, wichtig v. a. bei Verdacht auf Kardiakarzinom). 
Glaukom - Vorsorgesog. grüner Star; Sammelbez. für verschiedene Erkr. des Auges, die mit einer vergrößerten Excavatio* papillae nervi optici u. meist einer Erhöhung des Augeninnendrucks* einhergehen; eine der häufigsten Erblindungsursachen in Industrieländern; Formen: 1. primäres G. mit offenem Kammerwinkel (Glaucoma chronicum simplex); meist in höherem Lebensalter manifest werdende chron. Erkr., die unbehandelt zum allmählichen Funktionsverlust des Auges führt; Klin.: im Anfangsstadium keine Beschwerden, erst im Spätstadium Gesichtsfeldausfälle (Bjerrum*-Zeichen, nasaler Sprung*; s. Abb.); meist mäßig erhöhter Augeninnendruck (25-35 mmHg), seltener auch bei Werten unter 20 mmHg (s. Normaldruckglaukom); die Vorderkammer ist normal tief; sog. Weitwinkelglaukom bei weitem Kammerwinkel; Ther.: medikamentöse Drucksenkung (Betarezeptorenblocker, Miotika, Prostaglandin F2a, Clonidin, Carboanhydrasehemmer, Sympathomimetika), Laserbehandlung (Lasertrabekuloplastik) od. fistulierende Op. (z. B. Trabekulektomie*); ein bereits eingetretener Glaukomschaden (Papillenexkavation, Gesichtsfeldausfall) ist irreversibel; Proph.: regelmäßige Kontrolle des Augeninnendrucks ab dem 40. Lj.; 2. primäres G. mit verschlossenem Kammerwinkel (Winkelblockglaukom); i. d. R. akute Form mit anfallartiger starker Erhöhung des Augeninnendrucks auf 50-80 mmHg inf. eines Winkelblocks (sog. Glaukomanfall); Klin.: im Frühstadium Sehen von Nebeln u. Regenbogenfarben; sehr starke Kopfschmerzen mit Übelkeit bis zum Erbrechen (Vagusreiz); enge Vorderkammer, Kammerwinkel durch Regenbogenhaut verlegt; Bulbus palpatorisch steinhart, oft Bindehauthyperämie, Hornhautödem, lichtstarre Pupille; Ther.: initial medikamentöse Drucksenkung mit Carboanhydrasehemmern, dann Iridektomie*; Proph.: bei entspr. Disposition, d. h. sehr engem Kammerwinkel od. vorausgegangenem Glaukomanfall am anderen Auge Iridektomie; 3. sekundäres G.; Augeninnendruckerhöhung inf. einer anderen Augenerkrankung od. einer Systemerkrankung; Urs.: Neubildung pathol. Blutgefäße (Neovaskularisation) inf. Minderdurchblutung bei Diabetes mellitus, Zentralarterien- bzw. Zentralvenenverschluß, Rubeosis iridis, Verletzung des Kammerwinkelgewebes nach stumpfem od. perforierendem Bulbustrauma, sekundäre Verlegung der Abflußwege durch Stoffwechselprodukte (z. B. bei längerdauernder Cortisoneinnahme) od. Pigment (Pigmentglaukom), intraokuläre Entz. (z. B. Uveitis), intraokuläre Tumoren (Melanoblastom der Uvea, Retinoblastom); Ther.: Beseitigung der Urs., sonst wie bei Glaucoma chronicum simplex; 4. angeborenes G. (Buphthalmus congenitus) 
 
HistologieLehre von den Geweben des Körpers 
Homöopathiedurch Samuel Hahnemann (1755-1843) begründetes medikamentöses Therapieprinzip, das Krankheitserscheinungen nicht durch exogene Zufuhr direkt gegen die Sympt. gerichteter Arzneimittel behandelt (sog. Allopathie*), sondern bei dem Substanzen eingesetzt werden, die in hoher Dosis den Krankheitserscheinungen ähnliche Sympt. verursachen (z. B. Thallium in niedrigster Dosis zur Behandlung der Alopezie); dieses sog. Ähnlichkeitsprinzip (Similia similibus curentur: Ähnliches möge mit Ähnlichem behandelt werden) wird in der klassischen H. ergänzt durch ein komplexes System von Zuschreibungen sowohl im Hinblick auf Patienteneigenschaften (Konstitutionstypen) als auch im Hinblick auf die eingesetzten Arzneimittel (Pflanze, Tier, Mineral), das bei der individuellen Verordnung berücksichtigt wird. Die Arzneistoffe, die durch Verreibung od. Verschüttelung eine energetische Umwandlung erfahren sollen (sog. Potenzieren), werden meist extrem niedrig dosiert, wobei der Ausgangsstoff meist in Dezimalpotenzen verdünnt wird u. der Dezimalexponent die Verdünnungsstufe charakterisiert: D1 = 1 : 10, D2 = 1 : 100 usw. 
HysteroskopieMethode zur Inspektion der Gebärmutterhöhle sowie i. R. hysteroskop. Op. zum Einbringen von Instrumenten durch das Endoskop (z. B. zur Teilresektion submuköser Myome, laserchir. Trennung von Septen od. intrauterinen Blutungstillung) 
 
Kernspintomographiesyn. Magnetresonanztomographie (Abk. MRT); computergestütztes bildgebendes Verfahren der Tomographie*, das auf dem Prinzip der Magnetresonanz* (NMR) beruht; im Ggs. zur konventionellen Röntgendiagnostik bzw. Computertomographie wird hierbei keine ionisierende Strahlung verwendet, sondern die Energie gemessen, die unter Einfluß eines von außen angelegten starken Magnetfeldes bei Relaxation der durch einen kurzen Hochfrequenzimpuls angeregten Kernspins aus dem Körper in Form von elektromagnet. Wellen austritt. Durch Überlagerung eines homogenen magnet. Hauptfeldes mit einem Gradientenfeld werden Magnetresonanzmessungen ermöglicht, bei denen aus den von der Feldstärke abhängigen Resonanzsignalen zusätzl. auf deren Entstehungsort geschlossen werden kann. Die Signale aus versch. beliebig wählbaren Körperschichten lassen sich mit Hilfe eines Rechners zu zwei- od. dreidimensionalen Schichtbildern zusammensetzen, gleichzeitig können z. B. transversale, frontale u. sagittale Schnittbilder errechnet werden. Unter Verwendung von supraleitenden Magneten, die sich zur Erzeugung bes. stabiler Magnetfelder hoher Flußdichte eignen, ist eine der Computertomographie* meist überlegene, sehr hohe Kontrastauflösung u. Darstellung kleiner anat. Strukturen möglich. Die Bildkontraste sind durch Wichtung der kontrastbestimmenden physikalischen Faktoren (Protonendichte, T1- u. T2-Relaxationszeiten) variierbar u. geben Hinweise auf die Morphologie; so erscheinen Flüssigkeiten u. pathologische Strukturen im T1-gewichteten Bild signalarm, im T2-gewichteten Bild dagegen signalreich. Der Einfluß der Geschwindigkeit der Protonen auf die Signalintensität kann zur Blutflußmessung (Magnetresonanzangiographie) ausgenutzt werden. Für best. Fragestellungen werden zusätzlich spez. MRT-Kontrastmittel eingesetzt. Die bes. Bedeutung dieses Verfahrens liegt u. a. darin, daß damit unterschiedl. Gewebe dargestellt werden können, die sich nicht in ihrer Dichte bzw. ihren Absorptionseigenschaften gegenüber ionisierender Strahlung (z. B. Knochen/Weichteilgewebe), sondern in ihrer Protonendichte u. in deren chem. Bindung unterscheiden (z. B. Weichteilgewebe ähnlicher Dichte). Ind.: v. a. Erkrankungen des Nervengewebes (Hirn u. Rückenmark, Multiple* Sklerose), Bandscheibendiagnostik, Gelenk- u. Muskeldarstellung.  
 
Akupunkturaus der traditionellen chin. Medizin stammende Therapiemethode (ca. 20 versch. Techniken), bei der an charakterist. Punkten der Körperoberfläche an Meridianen entlang Akupunkturnadeln unterschiedlich tief eingestochen werden, wodurch energetische Störungen innerh. des Organismus ausgeglichen bzw. einzelne Organsysteme angeregt od. gedämpft werden sollen. Die vorwissenschaftl. Medizin Chinas unterschied 14 Meridiane mit ca. 700 Hauptakupunkturpunkten, die histol. eine Anhäufung rezeptiver Hautelemente (wie Merkel-Tastscheiben, Meissner-Tastkörperchen) aufweisen. Klassische A. setzt eine an traditioneller Medizin orientierte Diagnostik u. Vorstellung von Krankheit voraus; neuere Interpretationen verstehen A. als lokalen Reiz mit reflexiver Wirkung entspr. neurophysiol. Grundlagen. Anw.: bei Schmerzsyndromen u. funkt. Erkr. mit Störungen vegetativer Regelvorgänge.  
AmalgamtestungLegierung von Quecksilber mit anderen Metallen; in der Zahnmedizin Anw. als Füllungsmaterial unter Verw. von Silber, Zinn u. Kupfer als Legierungspartner. Moderne A. haben verbesserte mechan. Eigenschaften u. eine geringe Korrosionsanfälligkeit. Die Quecksilberfreisetzung aus A. erreicht auch bei zahlreichen großflächigen Füllungen nur einen Bruchteil der mittleren tägl. Quecksilberbelastung aus Nahrung u. Atemluft (20 mg). Von der WHO als vertretbar angesehener Wert: 45 mg/d (kritische Dosis 400 mg/d). Allergische Reaktionen auf A. sind bekannt, jedoch sehr selten.  
 
Borrelien-Nachweis in ZeckenGattung großer, bewegl., schraubenförmiger Bakt. der Fam. Spirochaetaceae mit wenigen, relativ breiten, unregelmäßigen Windungen; mit den übl. Farbstoffen gut anfärbbar; 1. B. recurrentis: syn. Spirochaeta obermeieri; Err. des epidem. Läuserückfallfiebers; s. Borreliosen; Morphol.: 4-10 flache Windungen (Abb.); im Nativpräparat* (Dunkelfelduntersuchung*) lebhafte, schlangenartige Bewegung; durch Giemsa-Färbung darstellbar; Kultur: direkte Züchtung gelingt selten; indirektes Verf. (Xenodiagnose): Vermehrung entspr. des Läusetests* bei Rickettsiosen; Serol.: Agglutinationsreaktion; Epidemiol.: der Err. ist global verbreitet u. kann durch Läuse übertragen werden; Epidemien v. a. in Notzeiten. 2. B. duttoni: syn. Spirochaeta duttoni; Err. des endem. Zeckenrückfallfiebers; Morphol., Kultur u. Serol. wie B. recurrentis; statt Läusetest Vermehrung in Zecken*; Tierversuch: Verimpfung von Krankenblut an junge Ratten; Epidemiol.: Übertragung des Err. durch zahlreiche Zeckenarten; auf wärmere Länder beschränkt. 3. B. burgdorferi: Err. der Lyme*-Borreliose, Übertragung durch Zeckenbiß (s. Zeckenborreliosen); 4. zahlreiche weitere ortsständige Borreliaspecies (in allen Erdteilen), die Rückfallfieber auslösen können; 5. B. vincenti: syn. Treponema vincentii; s. Treponema. 
 
EpilationHaarentfernung; dauerhaft durch Elektrolyse*, temporär mittels mechan. od. chem. Verfahren. 
 
FaltenbehandlungFaltenglättung durch Einsatz von Botulinustoxin in grosser Verdünnung 
FettabsaugungLiposuction genannte Methode zur Verringerung des Körperfettes an disponierten Stellen (Reithosenspeck, Fettschürze) 
FruchtsäurepeelingBeseitigung von Hautunreinheiten durch Anwendung von Fruchtsäuren 
 
Knochendichtemessungsyn.Osteodensitometrie (lat. densitas Dichte)f: syn. Knochendichtemessung; Verfahren zur Bestimmung der Knochenmasse meist an Radius, proximalem Femur od. Lendenwirbelsäule zur Abschätzung des individuellen Frakturrisikos od. des Schweregrades einer Osteoporose; die gängigen Methoden beruhen auf dem Prinzip der Photonenabsorption bzw. der Computertomographie; aktuell: Messung der Knochendichte bzw. -steifigkeit mit Ultraschall z. B. am Fersenbein; erniedrigte Knochendichte bei Osteoporose, Osteomalazie u. a. lokalisierten od. generalisierten kalzipenischen Osteopathien.  
 
MagenbandligaturKorrektor der Nahrungsmenge durch Einengung des Mageneingangs 
MuskelstimulationAnregung der Muskeln mit Reizstrom 
 
Kinderaudiometrie ab ca. 4 Jahrenpäd. Fachgebiet, das sich mit Diagn. u. Ther. angeborener Hörstörungen im Säuglings- u. Kleinkindesalter unter Anw. besonderer diagn. Methoden beschäftigt, da die Verf. der konventionellen Audiometrie* erst im Lauf des Schulalters anwendbar werden: 1. Reflexaudiometrie: Schreckreaktion, Lidschlag od. Kopfwendung zur Schallquelle bei lautem Geräusch; bis zum 2. Lj.; 2. Spielaudiometrie: beim Wahrnehmen eines Prüftons soll das Kind eine Spielhandlung ausführen; ab 3. Lj.; 3. Impedanzaudiometrie: Stapediusreflexprüfung; 4. Ableitung akustisch evozierter Potentiale*: AERA*, BERA; 5. Ableitung otoakustischer Emissionen* (Abk. OAE).  
KinderchirurgieSpezialgebiet der Chirurgie  
KindergynäkologieSpezialgebiet in der Frauenheilkunde  
 
OzontherapieTherapie mit 3-wertigen Sauerstoff Ozon entsteht durch UV-Strahlung aus Sauerstoff und wird oft intranasal verabreicht  
 
ReiseimpfungSchutzimpfung als vorbeugende Massnahme gegen eine Vielzahl von Erkrankungen 
Reisemedizinische BeratungBeratung über Hygiene, Impfung, Gesundheitsvorkehrungen in bestimmten Gebieten der Erde 
 
Sportmedizinische Untersuchungsollte am Beginn jeder sportlichen Aktivität in jedem Lebensalter stehen 
 
Ultraschallaufnahme per Video bei GraviditätVideo-Aufzeichnung der Ultraschallbilder des ungeborenen Kindes ausserhalb der in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehenen US-Untersuchungen 
 
Kinderkardiologie - EchokardiographieSpezialgebiet der Herzspezialisten (Internisten), Klärung von Herzfehlern z.B. durch Ultraschalluntersuchung  
KinderurologieUrologen, die speziell den kindlichen Harntrakt behandeln (auch Diagnostik von Mißbildungen).  
Knie-u.HüftendoprothetikGelenkersatz für Knie- und Hüftgelenke  
Kompressionstherapie - apparativeMethode zur Behandlung einer chronisch-venösen Insuffizienz; Formen: 1. mittels Kompressionsverband* od. Anw. von elastischen Kompressionsstrümpfen (vier Druckklassen); führt durch Querschnittverengung u. Verbesserung der sog. Muskelpumpe (v. a. beim Laufen) zu einer Entstauung der betroffenen Extremität; Anw. auch zur Thromboseprophylaxe bzw. Embolieprophylaxe sowie bei Lymphödem; 2. intermittierend: maschinell mit spez. Kompressionsstiefeln (Einkammer- u. Mehrkammersysteme) zur venösen u. lymphatischen Entstauung. Cave: bei ausgeprägten peripheren arteriellen Verschlußkrankheiten. 
Konversionsneurosen - Behandlung von Bez. für körperl. Störung, die durch eine Verschiebung (Konversion) der psych. Energie aus einem ungelösten psych. Konflikt entsteht u. in körperl. Symptomen symbolhaft zum Ausdruck gebracht wird; Sympt.: z. B. psychogene Krämpfe (oft mit Arc de cercle), Lähmungserscheinungen, Hyperventilation, Globussymptom, hysterische Amaurose, psychogene Sensibilitätsstörungen, funktionelle Aphonie, Gangstörungen u. a.; vgl. Hysterie, Neurose, Psychosomatik.Sensibilitätsstörungen, usw. 
Krampfaderbehandlungauch Varizen - unregelmäßig schlauchförmig od. ampullär-knotenförmig erweiterte u. geschlängelte (oberflächl.) Venen; Urs.: Venenwandschwäche bzw. intravasale Druckerhöhung od. Venenklappeninsuffizienz; Vork.: primär (angeboren) od. sekundär (z. B. nach Thrombose, bei Volumenüberlastung inf. Beteiligung an einem Kollateralkreislauf); v. a. multipel auftretend an den unteren Extremitäten (Varikose* der Beine), im Bereich des Ösophagus (Ösophagusvarizen, Downhillvarizen) u. der Bauchdecken (Caput* medusae). Vgl. Hämorrhoiden.  
KriseninterventionKurzfristige ambulante oder stat. psychotherapeutische Behandlung einer akuten Krise (z.B. nach Suizid (Selbstmord-)versuch oder Katastrophenereignis - Flugzeugabsturz)  
Kryotherapie1. lokale Kälteanwendung in Form von Eis, tiefgekühlter Silikatmasse (Kryopack) od. Chloräthylspray (Verdunstungskälte) zur Hemmung von entzündl. Prozessen od. Hämatombildung sowie zur Schmerzbehandlung, z. B. bei Prellungen, Distorsionen od. rheumatischen Erkr.; 2. als Ganzkörperkältetherapie in einer spez. Kältekammer (1-2 Min. bei Temperaturen unter -100 °C) v. a. bei rheumatischen Erkr.; vgl. Kryochirurgie. 
 
Langzeit BlutdruckmessungÜber 24 Std. gehende Blutdruckmessung  
Langzeit EKGkontinuierl. Registrierung eines EKG, meist über einen Zeitraum von 24-48 Std., z. B. mit tragbaren batteriebetriebenen Aufzeichnungsgeräten od. durch Telemetrie; Ind.: Abklärung von komplexen Herzrhythmusstörungen, Synkopen, Palpitationen, (z. B. nächtlichen) Angina-pectoris-Anfällen bzw. Aufdeckung sog. stummer (asymptomat.) Ischämien, Kontrolle einer antiarrhythmischen Therapie bzw. der Herzschrittmacherfunktion 
LaparoskopieBauchspiegelung; Inspektion der Bauchhöhle mit einem starren Spezialendoskop (Laparoskop), das unter sterilen Kautelen nach Lokalanästhesie, paraumbilikaler Stichinzision u. Gasinsufflation (CO2, Luft) mittels Veress-Nadel in die Bauchhöhle eingebracht wird; Ind.: Beurteilung von Bauch- od. Beckenorganen (Pelviskopie), tumorösen Prozessen, Gefäßstauungen u. a., auch mit Biopsie od. Probepunktion.  
Laserbehandlung - KondylomeEntfernung von Hyperplasien des Plattenepithels im Anogenitalbereich durch Inf. mit Papillomavirus  
Lasertherapie der ProstataAbtragen von Gewebe bei der gutartigen Prostatavergrößerung mittels Laser  
Lidchirurgie Entropium/EktropiumChirurgische Korrekturen am Augenlid  
Lidchirurgie PtosisOperative Handlung eines herabhängenden Augenlides  
LungenfunktionsdiagnostikÜberprüfung der Mechanik u. des Gasaustausches der Lungen in Ruhe u. unter Belastungsbedingungen; 1. atemmechanische Funktionsgrößen: Lungenvolumina; Bestimmung mittels Spirometrie u. Ganzkörperplethysmographie (Vitalkapazität der Lunge, inspiratorische Kapazität, exspiratorisches Reservevolumen, funktionelle Residualkapazität, Residualvolumen); Berechnung des Quotienten Residualvolumen zur Totalkapazität der Lungen (RV/TKL); Sekundenkapazität (Bestimmung mittels Spirometrie od. Pneumotachographie); Atemwegwiderstand (Bestimmung mittels Ganzkörperplethysmographie); pulmonale Compliance; 2. ventilatorische Funktionsgrößen (Ventilationsgrößen): Atemfrequenz, Atemminutenvolumen, Atemgrenzwert u. Atemzugvolumen, Bestimmung mittels Spirometrie; 3. Funktionsgrößen des Gasaustausches: Ermittlung des art. Sauerstoffpartial- u. Kohlensäurepartialdrucks (Blutgasanalyse); Bestimmung der pulmonalen Diffusionskapazität; 4. ergometrische Untersuchungen: s. Ergospirometrie. Eine Gegenüberstellung von Veränderungen wichtiger diagn. Parameter der Lungenfunktion bei obstruktiven bzw. restriktiven Lungenerkrankungen 
 
MammografieNativaufnahme der Brust mit einer bes. Technik (meist Rastertechnik), insbes. zur Erkennung von Präkanzerosen (atyp. proliferierende Mastopathie), zur Objektivierung u. Lokalisation eines pathol. Tastbefundes, bei sezernierender Mamille od. blutender Mamma u. zur Überwachung von Risikopatienten bzw. zum Screening gesunder Kollektive; Aufnahmetechnik: kraniokaudale, mediolateral-schräge Aufnahme u. Profilaufnahme, zusätzl. Spezialaufnahme der Axilla; i. d. R. müssen beide Seiten untersucht werden, da individuelle Variationen in der physiol. Gewebestruktur groß sind. Zeichen für ein Mammakarzinom* sind u. a. Tumorkernschatten, Mikroverkalkungen*, Spiculae, Mamilleneinziehung, Hautverdickung u. Formunterschiede der Brust im Rechts-Links-Vergleich. Cave: In ca. 10 % der Fälle von bestehenden Karzinomen kann die M. unauffällig sein. Mitunter ist eine sichere Unterscheidung zw. gutartigen u. bösartigen Veränderungen nicht möglich (histol. Abklärung!).  
 
NeuraltherapieHautquaddelung bestimmter Körperregionen bei z.B. Migräne, Wirbelsäulenbeschwerden, Schlafstörungen u.v.a.m.  
NuklearmedizinFachgebiet, das sich mit der diagn. u. therap. Anwendung offener, meist kurzlebiger Radionuklide befaßt; Anwendungsgebiete: 1. In-vivo-Diagnostik: (zumeist) abbildungsunterstützte Funktionsdiagnostik (z. B. Transportfunktion, Stoffwechsel, Perfusion) durch Messung u. Aufzeichnung der zeitl. u./od. räuml. Verteilung der vom Pat. inkorporierten Radiopharmaka mittels Gammakamera* od. PET-Scanner in Komb. mit einem EDV-System; vereinzelt mit der Szintillationsmeßsonde (vgl. Szintillationszähler); Messung der Radioaktivität von Körperausscheidungen (z. B. Schilling-Test); 2. In-vitro-Diagnostik v. a. mittels Verf. der Radioimmunologie; 3. therap. werden radioaktive Stoffe v. a. zur Behandlung gut- u. bösartiger Schilddrüsenerkrankungen (s. Radioiodtherapie), aber auch anderer Tumoren mit kurativem od. palliativem (Schmerztherapie) Ansatz eingesetzt; z. B. Radioimmuntherapie, Radiophosphortherapie , Iod-131-MIBG-Therapie des Neuroblastoms, Schmerztherapie von Skelettmetastasen; Radiosynoviorthese zur Therapie v. a. der rheumatoiden Arthritis; vgl. Radiopharmaka. 
 
OberflächenstrahlentherapieTherapie mit Röntgenstrahlen an der Hautoberfläche und bis wenige mm unter der Haut  
Oesophagus-/Magen-/ColonuntersuchungSpeiseröhren / Magen / Dickdarmuntersuchung mit z.B. einem optischen Gerät (Endoskop)  
Onkologie - urologischeTeilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Entstehung u. Behandlung von Tumoren u. tumorbedingten Krankheiten beschäftigt - hier urologische 
Operationen - arthroskopischeOperation in einem Gelenk mittels eines Arthroskops; Arthroskop: röhren- oder schlauchförmiges Gerät mit einem optischen System  
Otoakustische Emission (OAE)Funktionsprüfung des Innenohres OAE Ohr-Augen-Ebene  
OxymetrieBestimmung der prozentualen Sauerstoffsättigung des Hämoglobins mittels Spektralphotometrie; Prinzip: Beleuchtung (Reflexionsoxymetrie) od. Durchleuchtung (Transmissionsoxymetrie) einer Blutprobe (in Küvette) od. Körperstelle (kontinuierlich u. unblutig als sog. Pulsoxymetrie am Ohrläppchen od. Finger), Messung der Extinktion bei 640 nm (Oxyhämoglobin) u. 805-830 nm (Gesamthämoglobin) u. Berechnung der Konz. nach dem Lambert*-Beer-Gesetz; mit Hilfe der O. ist u. a. auch die Berechnung des Herzminutenvolumens nach der Fick-Formel möglich. 
 
PaartherapieBehandlung von Konflikten in einer Paarbeziehung  
Pädaudiologie/Spielaudiometriepäd. Fachgebiet, das sich mit Diagn. u. Ther. angeborener Hörstörungen im Säuglings- u. Kleinkindesalter unter Anw. besonderer diagn. Methoden beschäftigt, da die Verf. der konventionellen Audiometrie erst im Lauf des Schulalters anwendbar werden: 1. Reflexaudiometrie: Schreckreaktion, Lidschlag od. Kopfwendung zur Schallquelle bei lautem Geräusch; bis zum 2. Lj.; 2. Spielaudiometrie: beim Wahrnehmen eines Prüftons soll das Kind eine Spielhandlung ausführen; ab 3. Lj.; 3. Impedanzaudiometrie: Stapediusreflexprüfung; 4. Ableitung akustisch evozierter Potentiale*: AERA*, BERA; 5. Ableitung otoakustischer Emissionen* (Abk. OAE).  
Parasiten-Diagnostikauch Mitesser, Schmarotzer: 1. (mikrobiol.) Lebewesen, die ganz (obligate P.) od. teilweise (fakultative P.), ständig (stationäre P.) od. zeitweilig (temporäre P.) auf Kosten einer anderen Organismenspecies (als Ektoparasiten auf der Oberfläche; Endoparasiten in tieferen Körperhöhlen, im Gewebe u. Blut) leben; für Menschen wichtige P.: a) tierische P. (Zooparasiten): Protozoen (Urtierchen), Helminthes (Würmer) u. Arthropoden (Gliederfüßer); b) (i. w. S.) Bakterien, Viren u. pflanzl. P. (Phytoparasiten: Fungi); 2. (embryol.) Teile einer asymmetrischen Doppelfehlbildung bzw. Mehrfachbildung; der ungleich entwickelte, allein nicht lebensfähige Partner hängt dem nahezu normal entwickelten Autosit insbes. an Gesicht, Thorax bzw. Abdomen an. 
PE-Entnahmen im HNO-BereichEntnahme von Gewebeproben aus Hals / Nase / Ohren  
Pelviskopie - diagnostische u. therapeutischeSpiegelung des Beckenraumes mit einem optischen Gerät zur Diagnostik oder auch Operation von kleinen Tumoren bei Verdacht auf Erkrankung von Beckenorganen (insbes. des weibl. inneren Genitale) mit der Möglichkeit zur Biopsie (Gewebentnahme) u. bei Verdacht auf Extrauteringravidität oder therapeutisch z.B. zur Lösung von Verwachsungen. Größere Operationen mit Zusatzeinstichen zur Hysterektiomie (Gebärmutterentfernung).  
Persönlichkeitstörungen - Behandlung vonAndauerndes Verhaltensmuster, das deutlich von der Umgebung abweicht  
PhlebologieLehre von den Venen und deren Erkrankungen  
PhonokardiographieAbk. PKG - Aufzeichnung der Schallerscheinungen des Herzens mit Mikrophon u. Herzschallverstärker, meist in Kombination mit Elektrkardiografie (EKG)  
PhototherapiePUVA, Abk. für Psoralene plus UV-A - photoaktivierte Chemotherapie vor allem zur Behandlung der Psoriasis (Schuppenflechte)  
Physikalische Therapieauch Physiotherapie - allgem. Anregung oder gezielte Behandlung gestörter physiol. Funktionen mit physikal.naturgegebenen Mitteln, z.B. Wasser(Hydrothrapie), Wärme u. Kälte(Thermotherapie), Licht(Lichtthaerpie), Luft(Klimatherapie), stat.mechanisch(Massage), mit dynamischen Kräften(Krankengymnastik o. Ergotherapie), Heilquellen(Balneotherapie) oder Elektrizität(Elektrotherapie)  
PilzdiagnostikVerfahren zum Nachweis und zur Bestimmung von Pilzen; für die Gewinnung von Untersuchungsmaterial bei Mykosen sind je nach Ort des Befalls unterschiedliche Methoden anzuwenden. Anzüchtung und Differenzierung mittels Kulturen  
Plexus - BlockadenForm der Leitungsanästhesie mit Injektion von Lokalanästhetika in die unmittelbare Nähe eines Nervenplexus zur Schmerzausschaltung z.B. während einer Operation oder als ther. Maßnahme bei Durchblutungsstörungen im Ausbreitungsgebiet  
PricktestVerfahren zur Diagnostik von Allergien des Typ I durch Eindrücken eines stumpfen Impfstempels o. Einstechen einer Impflanzette in die Epidermis (Haut) ohne Blutung nach Aufbringen eines Tropfens allergenhaltiger Lösung, meist an der Innenseite des Unterarmes. Beurteilung nach ca 15-20 Minuten  
ProktologieLehre von den Mastdarmerkrankungen  
ProktoskopieInspektion des Analkanals u. des unteren Abschnitts des Rektums unter Verw. eines Proktoskops (vorn abgeschrägtes u. offenes od. geschlossenes u. seitl. gefenstertes röhrenförmiges Darmspekulum von 8-15 cm Länge mit Handgriff) od. eines starren od. flexiblen Spezialendoskops (Rektosigmoideoskop), evtl. (in Erweiterung) als Rektoskopie bzw. Proktorektosigmoidoskopie; Ind.: dd Abklärung proktologischer Erkrankungen; s. Symptomenkomplex, analer.  
Prostata-Diagnostikkastaniengroßes derbes Organ, das den Anfangsteil der männl. Harnröhre umgibt; die Basis liegt dem Blasengrund, die Spitze dem Diaphragma urogenitale an; die Hinterfläche ist der digitalen Untersuchung vom Mastdarm aus zugänglich. Aufbau aus 30-40 tubuloalveolären Drüsen, die in ein Stroma aus Bindegewebe u. glatter Muskulatur eingelagert sind. Lobus dexter u. Lobus sinister, Isthmus prostatae (Lobus medius) u. Ductus ejaculatorii münden auf dem Colliculus seminalis in die Harnröhre (Pars prostatica). Entwicklungsgeschichtl. u. funkt. lassen sich unterscheiden: Innendrüsen (unter Androgen-Östrogen-Einfluß), Außendrüsen (unter Testosteron-Einfluß); Absonderung eines dünnflüssigen, milchigen Sekrets (pH 6,4-6,8), das Phosphatasen u. Spermien enthält, bei der Ejakulation dem Samen beigemischt wird u. bewegungsauslösend auf die Spermien wirkt; der Anteil am Ejakulat beträgt 60-70 Vol.%.  
Protein-DiagnostikEiweißbestimmungen im Blut, Urin, Rückenmarksflüssigkeit, u.s.w.  
ProthesennachsorgeÜberprüfung von Sitz u. Funktion eines künstlichen Gliedes  
Provokationstest, nasalerdas Hervorrufen; z. B. von Erscheinungen durch Reizmethoden, Tests.  
Psychoanalysewissenschaftl. Methode zur Untersuchung seel. Vorgänge u. Therapie psych. Störungen (S. Freud, 1856-1939), die versucht, das Individuum in seinen kulturellen Kontextvariablen zu begreifen; nach dem psychoanalyt. Strukturmodell besteht die Psyche aus den Instanzen Ich, Es u. Über-Ich u. umfaßt die Bewußtseinsschichten bewußt, unbewußt (dem Bewußtsein unzugänglich) u. vorbewußt (dem Bewußtsein durch Reflexion zugänglich). Unverarbeitete Konflikte zw. diesen Instanzen bzw. Bewußtseinsschichten, die evtl. in kindl. Entwicklungsphasen* entstanden sind, können zu psych. Symptomen, Persönlichkeitsstörungen od. Neurosen u. Psychosen führen, die einen das Leben einengenden Kompromiß mit dem Konflikt darstellen. Als Form der Psychotherapie werden in der P. psychische Vorgänge anhand der freien Assoziation des Pat. od. durch Traumdeutung analysiert. Auch unangenehme, scheinbar sinnlose od. unwichtige Bereiche sollen thematisiert werden (sog. psychoanalyt. Grundregel). Die klassische P. setzt Leidensdruck u. Fähigkeit zu Introspektion u. Verbalisierung voraus u. wird langfristig, v. a. bei Neurose, von Analytikern mit spez. Ausbildung (Lehranalyse) durchgeführt. Veränderungen des Analysanden werden u. a. durch Bewußtmachung u. Wiederbelebung des Verdrängten u. Bearbeitung der Übertragung* erreicht (vgl. Katharsis); modifizierte Formen der P.: z. B. Fokaltherapie als auf ein Thema konzentrierte Kurzzeittherapie, analyt. Gruppenpsychotherapie, Neopsychoanalyse. Vgl. Psychodynamik, Psychologie, analytische. 
PsychosomatikBez. für die Wechselwirkung von Körper u. Seele; im klin. Sprachgebrauch Bez. für eine Krankheitslehre, die psych. Einflüsse auf somatische Vorgänge, z. B. die Entstehung von Asthma bronchiale, Colitis ulcerosa, Ulcus pepticum u. a. Erkrankungen, berücksichtigt; i. w. S. können alle psychogenen Erkrankungen, die, wie z. B. ein psychovegetatives Syndrom, eine Organneurose* od. ein allgemeines Anpassungssyndrom*, zu somatischen Sympt. u. pathol.-anat. Veränderungen führen, als psychosomatische Krankheiten verstanden werden. 
Psychosomatik - urologischeMethode zur Untersuchung seelischer Vorgänge u. Therapie psych. Störungen, z.B. bei Erektionsstörungen 
Psychotherapieallgemeine Bez. für alle Formen der psychol. Behandlung von psych. u. psychosomat. (unter Einbeziehung körperl. Faktoren) Störungen u. Erkr.; Formen: z. B. bioenerget. Analyse, Familientherapie, Gesprächspsychotherapie, Gruppenpsychotherapie, Gestalttherapie, Hypnotherapie (s. Hypnose), katathymes Bilderleben, best. Formen der Körpertherapie, Logotherapie, Musiktherapie, Psychoanalyse, Sexualtherapie, Transaktionsanalyse, Verhaltenstherapie. Vgl. Autogenes Training, Bewegungstherapie, Biofeedback, Ergotherapie, Mototherapie, Soziotherapie. 
Psychotherapie - Gruppenbehandlungallgemeine Bez. für alle Formen der psychol. Behandlung von psych. u. psychosomat. (unter Einbeziehung körperl. Faktoren) Störungen u. Erkr.; Formen: z. B. bioenerget. Analyse, Familientherapie, Gesprächspsychotherapie, Gruppenpsychotherapie, Gestalttherapie, Hypnotherapie (s. Hypnose), katathymes Bilderleben, best. Formen der Körpertherapie, Logotherapie, Musiktherapie, Psychoanalyse, Sexualtherapie, Transaktionsanalyse, Verhaltenstherapie. Vgl. Autogenes Training, Bewegungstherapie, Biofeedback, Ergotherapie, Mototherapie, Soziotherapie. 
 
Rectoskopieendoskopische Untersuchung des Rektums mit einem starren od. flexiblen Spezialendoskop (Rektosigmoidoskop) in Steinschnitt-, Knie-Ellenbogen- od. Seitenlage des Pat., ggf. (in Erweiterung) als Proktorektosigmoidoskopie; Ind.: wichtigste Untersuchungsmethode zur Früherkennung eines Rektumkarzinoms (nach vorheriger rektaler Untersuchung), außerdem in der Diagn. anderer Enddarmerkrankungen u. bei weibl. Genitalkarzinomen zum Ausschluß einer Tumorinfiltration (z. B. bei Zervix- u. Vaginalkarzinom).  
Regionalanästhesieverfahren - andere (z.B.Fußblock/Oberschenkelanästhesie)Schmerzausschaltung einer Körperregion durch Injektion eines Lokalanästhetikums  
Rehabilitationsmedizinauch Wiederherstellung, Eingliederung; 2. Maßnahmen zur Vorbeugung bei (drohender) bzw. zur Linderung od. Beseitigung von schweren gesundheitl. (seltener auch bei sozial sehr erhebl.) Störungen; i. e. S. die med., berufl. u. soziale Integration Behinderter (s. Behinderung) od. von Behinderung bedrohter Personen gemäß einem med.-sozialen Tatbestand u. bes., meist spez. rehabilitationsrechtl. typisierter Anspruchsgrundlagen (s. Rehabilitationsrecht) durch Rehabilitationsträger (Kranken-, Unfall-, Rentenversicherung, Kriegsopferversorgung u. -fürsorge, Bundesanstalt für Arbeit, Schwerbehindertenfürsorge, Kinder- u. Jugendhilfe, Sozialhilfe). Beim üblichen Fünf-Phasen-Modell der R. (med. Behandlung, Überleitung in die berufl., dann berufl. sowie familiäre u. soziale R.) handelt es sich um eine zuständigkeitsabhängige Konstruktion; demgegenüber postuliert das Normalisierungsprinzip* ein nahtloses u. unbürokratisches Verfahren, das in der Realität die Ausnahme darstellt. Vgl. Ergotherapie, Krankengymnastik, Prävention. 
RhinomanometrieVerf. zur quant. Prüfung des nasalen Atemwegwiderstands i. R. eines nasalen Provokationstests* bei Rhinitis allergica od. zur Therapiekontrolle nach Beseitigung eines endonasalen Hindernisses; anhand der nasalen Druckänderung u. des Luftmengenflusses wird die Durchgängigkeit der endonasalen Atemwege bestimmt. 
 
AIDS-DiagnostikAIDS Abk. für (engl.) acquired immune(o) deficiency syndrome (erworbenes Immundefektsyndrom); erstmals 1981 beschriebenes Krankheitsbild, das durch eine ausgeprägte zelluläre Immunschwäche mit rezidivierenden Erkrankungen an opportunistischen Erregern* u. Parasiten* sowie spezif. Malignome wie Kaposi*-Sarkom u. Lymphome gekennzeichnet ist; ausgelöst wird die zelluläre Immunschwäche durch die neuro- u. lymphotropen Viren HIV-1 u. HIV-2 (s. HIV). AIDS entspricht definitorisch dem Stadium 3 der HIV*-Erkrankung. Diagn.: klinisch bei HIV-Antikörper-positiven Personen; seit 1993 werden in den USA HIV-Antikörper-positive Personen mit einer Anzahl der Helferzellen unter 200/ml als an AIDS erkrankt klassifiziert. Diese Definition hat sich bisher in Europa nicht durchgesetzt. Epidemiol., Ther. u. Progn.: s. HIV-Erkrankung. 
Allergie-Diagnostikangeb. od. erworbene spezif. Änderung der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems* gegenüber körperfremden, eigentlich unschädlichen Substanzen, die als Allergen* erkannt werden; Entw. einer A. nach klin. stummem Erstkontakt in einer Sensibilisierungsphase (mind. fünf Tage bis mehrere Jahre); Auftreten von Entzündungsreaktionen nach erneutem Kontakt an den allergisierten Organsystemen (Haut, Konjunktiven, Nasen-, Rachen-, Bronchialschleimhaut, Magen-Darm-Trakt); Einteilung nach Coombs u. Gell (1963) in drei überwiegend durch humorale Faktoren unterhaltene Frühreaktionen u. eine zellulär vermittelte Spätreaktion (s. Tab.), wobei diese Formen nicht isoliert, sondern z. T. parallel ablaufen od. ineinander übergehen (häufigste Form: Typ I); Urs.: genet. Faktoren: Disposition zur überschießenden Bildung von Gesamt-IgE u. allergenspezif. IgE sowie deren Fixierung bes. an Mastzellen u. basophile Granulozyten der Haut u. Schleimhaut (Atopie*), verminderte Aktivität der Suppressorzellen, HLA-assoziierte allergische Reaktionsbereitschaft; nicht erbl. Faktoren: intensive Allergenexposition (sog. aufgezwungene A.), erhöhte Permeabilität der Haut- u. Schleimhautbarriere durch bakt. bzw. virale Infekte od. chem. Irritation; veränderte Reaktionsbereitschaft von Mastzellen, Monozyten, basophilen u. eosinophilen Granulozyten bes. bei chron. Verlauf der Typ-I-A.; psychische Faktoren bei der allergenspezif. Sensibilisierung u. aktuellen Reaktionsbereitschaft. Vgl. Anaphylaxie, Hyposensibilisierung, Hauttestung, Radio-Allergo-Sorbent-Test, Radio-Immuno-Sorbent-Test, Antiallergika. 
Allergietestungs. Allergiediagnostik 
Analyse von Stimm-u. SprechstörungenDysphonie - Diagnostik bei Veränderung des Stimmklanges u. Einschränkung der Stimmleistung 
Analytische Psychotherapie bei Erwachsenenpsychol.Behandlung aller Formen psych. u. psychosomat.(unter Einbeziehung körperlicher Faktoren) Störungen und Erkrankungen 
Analytische Psychotherapie bei Kindernpsychol.Behandlung aller Formen psych. u. psychosomat.(unter Einbeziehung körperlicher Faktoren) Störungen und Erkrankungen 
Angiologische Diagnostiks.Angiologie - z.B. durch Phlebolografie bei Verdacht auf Thrombosen bzw. Störung des venösen Abflusses durch Kompression der Gefäßes von außen 
Angsterkrankungen - Behandlung vonunangenehm empfundener, eine unbestimmte Bedrohung od. Gefahr signalisierender emotionaler Gefühlszustand; erhält u. U. Krankheitswert, wenn sie ohne erkennbaren Grund bzw. inf. inadäquater Reize ausgelöst u. empfunden wird. A. kann in unterschiedl. Schweregraden auftreten u. ist i. d. R. begleitet von psych. u. phys. Sympt.: Unsicherheit, Unruhe, Erregung (evtl. Panik), Bewußtseins-, Denk- od. Wahrnehmungsstörungen, Anstieg von Puls- u. Atemfrequenz, verstärkte Darm- u. Blasentätigkeit, Übelkeit, Zittern, Schweißausbrüche; Vork.: u. a. als Furcht* i. S. einer Reaktion auf eine reale Bedrohung, i. R. neurot. Störungen (z. B. bei Phobie* bzw. Angstneurose*) od. als sog. frei flottierende A.; Ther.: bei subjektivem Leidensdruck Ruhe, Distanzierung, Psychotherapie*, u. U. Anxiolytika. 
 
Anästhesiologische Leistungen bei allen OPAnästhesiologie: Lehre von den wissenschaftl. Grundlagen u. prakt. Erfordernissen der Allgemeinanästhesie (Narkose*) bzw. rückenmarknaher od. örtl. Betäubungsverfahren (Lokalanästhesie*); die Aufgaben des Anästhesiologen umfassen dabei: präoperative Untersuchung des Pat., Wahl des Narkoseverfahrens, Überwachung der Narkose (ggf. Blutersatz u. Schockbehandlung während einer Op.) u. Intensivüberwachung frischoperierter Pat.; weiterhin die Versorgung vital bedrohter Notfallpatienten (s. Notfallmedizin) sowie Schmerztherapie*. 
Argon - Laser - Therapielight amplification by stimulated emission of radiation, Lichtverstärkung durch stimulierte Emission; physik. Methode zur Erzeugung monochromat., kohärenter, (fast) paralleler Lichtstrahlung mit extrem hoher Energiedichte; Prinzip: Verstärkung elektromagnet. Wellen aus dem Spektralbereich (s. Abb.). Voraussetzung für die Auslösung eines Laserprozesses ist ein Lasermedium, das (von Ausnahmen abgesehen) mind. drei versch. Energieniveaus besitzt. Durch dauernde Zufuhr von Energie von außen wird das Medium auf ein hohes Energieniveau gepumpt, kann jedoch nur durch zusätzliche Anregung in das Grundniveau unter Aussendung von Photonen zurückfallen (sog. stimulierte Emission). Dabei werden Photonen gleicher Energie mit zeitl. u. räuml. Kohärenz ausgesandt. Das aktive Glied in einem L. kann ein Festkörper sein, vorzugsweise ein Kristall, z. B. aus Neodym (YAG-L.), ein Halbleiter od. ein Gas bzw. Gasgemisch (z. B. Neon-Helium-L.). Diese Substanzen sind entscheidend für die Wellenlänge des jeweils emittierten Lichts im ultravioletten, sichtbaren u. ultraroten Spektralbereich. Praktischer Einsatz: in der Laserchirurgie*; 1. CO2-L.: gute Schnittwirkung, geringe Koagulationswirkung; 2. Nd(Neodym)-YAG-L.: geringe Schnittwirkung, gute Koagulationswirkung; wird bes. bei der Endoskopie zur Blutstillung im Magen-Darm-Trakt, zur Aufweitung bronchialer Tumorstenosen u. zur laserinduzierten Lithotripsie* benutzt; 3. Excimer-L. (Gaslaser im ultravioletten Bereich) mit sehr kurzen Pulszeiten u. hohen Spitzenenergien (z. B. zur Laserangioplastie, Hornhaut- u. Linsenchirurgie); 4. Argon-L. mit hoher Selektivität für körpereigene Farbstoffe (z. B. Hämoglobin, Melanin). Laser: Schema der Funktionsweise eines Lasers; das mittels Blitzröhre im Lasermaterial erzeugte Licht wird zwischen den Spiegeln hin- und hergepumpt, bis es (vielfach verstärkt) den teilweise durchlässigen Spiegel durchdringt und durch eine Sammellinse fokussiert werden kann. 
AutoimmunserologieAbk. PGA-Syndrom; syn. pluriglanduläre Insuffizienz, Autoimmun-Polyendokrinopathie; autoimmun. bedingte Insuff. mehrerer endokriner Drüsen; Formen: Typ I: v. a. in Finnland vorkommende, im Kindesalter beginnende autosomal-rezessiv erbl. Erkr. (ohne HLA-Assoziation) mit Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypoparathyreoidismus u. mukokutaner Candida-Mykose sowie gelegentl. chron.-aggressiver Hepatitis, perniziöser Anämie, Hypothyreose, Hypogonadismus, Basedow-Krankheit, Vitiligo od. Malabsorption; Typ II: syn. Schmidt-Syndrom; vermutl. autosomal-rezessiv erbl. Erkr. (Assoziation mit HLA B8) mit im mittl. Lebensalter beginnender Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypothyreose u. Diabetes mellitus Typ I sowie evtl. Myasthenia gravis pseudoparalytica, Hypophysitis od. Alopezie; Typ III: Autoimmunthyreopathie in Komb. mit Diabetes mellitus Typ I, perniziöser Anämie od. Vitiligo. 
 
Bakteriologische UntersuchungenBakteriologie: Wissenschaftszweig, der sich mit den Lebensbedingungen der Mikroorganismen beschäftigt, deren (pathol.) Einfluß auf andere Lebewesen u. mögl. Therapien untersucht. 
Belastungs-EKGBelastungs|elektro|kardio|graphie: Kurzbez. Belastungs-EKG; Form der Ergometrie (meist als Fahrradergometrie im Sitzen od. Liegen), bei der vor, während u. nach möglichst genau dosierter u. reproduzierbarer Belastung eine EKG-Aufzeichnung erfolgt; Ind.: v. a. zur Diagn. der koronaren Herzkrankheit*. Den Veränderungen der ST-Strecke im EKG kommt die diagn. größte Bedeutung zu: deszendierende od. horizontale ST-Streckensenkungen (gemessen 0,04 s nach dem J*-Punkt) gelten ab 0,1 mV als pathol., ab 0,2 mV als hochpathol. (Untersuchung ist abzubrechen). Cave: falschpos. Belastungs-EKG unter Digitalismedikation! Kontraind.: Angina pectoris bzw. pathol. EKG-Veränderungen bereits in Ruhe, maligne Hypertonie, manifeste Herzinsuffizienz, frischer Herzinfarkt. 
Belastungsstörungen - posttraumatische - Behandlung vonBehandlung eines psychischen Anpassungssyndrom, das sich mit einer Latenz, i.d.R. innerhalb von 6 Monaten nach dem Erleben extrem belastender Situationen (z.B. Folterhaft, Terrorakte, Vergewaltigung, Katastrophen) entwickelt 
 
Berufsgenossenschaftliche Diagnostik u.Therapiebei Forderung des gesetzlichen Träger der Unfallversicherung 
Blutgerinnungsstörung (Labordiagnostik)Bestimmung der Gerinnung frisch entnommenen Bluts bei 37°C im Glasröhrchen als Suchtest für Störungen im endogenen Gerinnungssystem oder bei Verbrauchkoagulopathie 
BlutgruppenbestimmungBest. durch serologische Nachweis der Blutgruppenantigene auf den Erytrozyten mit Hilfe von spez. Testträgern. Vor jeder Bluttransfusion ist zusätzlich die Kreuzprobe u. der sog. Bedsidetest(Kontrolle der ABNull-Gruppen von Spender-u. Empfängerblut)durchzuführen 
BlutkulturenKeimanzüchtungsversuch aus einer venösen Blutprobe zum Nachweis einer Bakteriämie* od. Sepsis*; das wegen des schubweisen Auftretens der Erreger evtl. mehrfach u. möglichst bei Fieberanstieg u. Schüttelfrost unter sterilen Bedingungen entnommene Blut wird in flüssiges Nährmedium verimpft u. bei 37 °C bebrütet. B. von Blut, das während einer Antibiotikatherapie entnommen wurde, führt meist nicht zum Bakteriennachweis. 
 
Cataract - OPBez. für jede Trübung der Augenlinse unabhängig von deren Ursache; Einteilung (nach Ätiol., Morphologie bzw. Alter beim Auftreten): 1. angeborene K. (Cataracta congenita): hereditär od. embryopathisch (z. B. bei Röteln) bedingt; als völlige Trübung (Cataracta totalis), umschriebene Trübung unterschiedl. Ausmaßes in versch. Schichten der Linse od. Teiltrübung wie Schichtstar (Cataracta zonularis), Nahtstar, Kernstar (Cataracta centralis) od. Kapselstar, der als vorderer u. hinterer Polstar (Cataracta polaris) u. als Pyramidalstar (Cataracta pyramidalis) auftritt; 2. juvenile K. (Entwicklungskatarakt): meist als Kranzstar (Cataracta coronaria) mit bläul. Punkttrübungen (Cataracta coerulea); 3. erworbene Linsentrübung der Rinde (Cataracta corticalis) od. des Kerns (Cataracta nuclearis); 4. Altersstar (Cataracta senilis, häufigste Form): Komb. von Rinden- u. Kernstar; 5. K. bei Stoffwechselerkrankungen (Cataracta diabetica, Cataracta tetanica, Cataracta myotonica, Cataracta hypothyreotica u. a.), bei Hauterkrankungen (Cataracta syndermatica), nach Contusio bulbi od. Augapfelperforation (Cataracta traumatica), nach Einwirkung elektromagnet. Energie (Blitzstar, Cataracta electrica), thermischer Einflüsse (sog. Feuerstar*) bzw. als Strahlenkatarakt* od. Cataracta complicata i. R. anderer Augenerkrankungen (z. B. Iridozyklitis, Glaukom) sowie nach Behandlung mit Glukokortikoiden; Klin.: Trübung der Linse (Cataracta incipiens, Cataracta immatura) mit zunehmendem Blendungsgefühl u. allmähl. Abnahme der Sehschärfe (Cataracta provecta) mit Aufnahme von Flüssigkeit in die Linse (Cataracta intumescens) bis zum sog. reifen Star (Cataracta matura) mit nur noch wahrnehmbaren Helligkeitsunterschieden; kurzfristig wieder zunehmende Sehfähigkeit inf. Schrumpfung einer reifen K. möglich (Cataracta hypermatura); Ther.: bei erheblich eingeschränkter Sehkraft Staroperation*; Ausgleich der postop. Aphakie* durch Starglas*, Kontaktlinsen* od. Linsenimplantation*; Kompl.: Glaukom durch Quellung der Linse, intraokulare Entz. durch Freisetzung von degen. Linsenprotein in das Kammerwasser. Katarakt, angeborene Formen: 1: Cataracta totalis; 2: C. zonularis; 3: C. centralis; 4: C. polaris; 5: C. pyramidalis Katarakt: angeborener Kernstar, Rindenanteile noch klar Katarakt: angeborener Kernstar; Spaltlampenbild Katarakt: reifer Star (Cataracta matura)  
Chirurgie - Hauttransplantation zur plast. Deckungvollständig aus der Spenderstelle gelöstes Hautareal ohne Unterhautfettgewebe zur op. Deckung eines oberflächl. Hautdefekts mit gut durchblutetem Wundgrund (z. B. Verbrennungen); Formen: 1. Spalthauttransplantat aus Epidermis u. versch. dicken Schichten des Koriums von 200-500 mm Dicke; Entnahme mit einem Hand- od. Elektrodermatom bzw. Skalpell an ebenen Hautarealen (z. B. Außenseite des Oberschenkels); Fixierung durch Nähte u. leichte Kompression; die Anheilung erfolgt durch kapilläre Einsprossung; 2. Mesh graft: auch Maschen- od. Netztransplantat; die gewonnenen Spalthautlappen werden über eine Messerwalze geführt u. durch Auseinanderziehen in ein rautenförmiges Hautgitter verwandelt; damit lassen sich Defekte decken, die bis zu dreimal größer sind als die Entnahmestelle; aus den Zwischenräumen kann Wundsekret abfließen, die Zwischenräume epithelisieren sekundär; ungünstiges kosmet. Ergebnis durch schachbrettartiges Muster; 3. Vollhautlappen zur Deckung frischer aseptischer Hautwunden (v. a. von Narben u. stark beanspruchten Hautflächen); 4. Reverdin-Transplantat: Übertragung kleinster Epidermisinseln auf granulierende Wundflächen; Anw. nur bei infizierten Wunden, die anders nicht gedeckt werden können. Vgl. Hautplastik, Pfropfung. 
Computergestützte HornhauttopografieUntersuchungsmethode in der Augenheilkunde 
CT-gesteuerte FacettengelenkinfiltrationBehandlungsmethode bei z.B. Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich 
CT-gesteuerte Punktionröntgenkontrollierter Einstich einer Hohlnadel oder eines Trokars (in einer Röhre steckende dolchartige Nadel mit Griff u. 3-kantiger Spitze) in Blutgefäße, Körperhohlräume, Hohlorgane usw. zur Gewinnung von Körpermaterial für diagn. o. therapeutische Zwecke 
 
D-ArztAbkürzung für Durchgangsarzt 
Depressionen - Behandlung vonendogene:auch Melancholie, Schwermut u. a.; bessere Bez. körperlich nicht begründbare Depression; typische Form der Depression* von unterschiedl. Dauer, mit unbekannter Ätiol., z. T. familiär gehäuftem Auftreten u. oft erkennbaren Auslösern; Sympt.: depressives Syndrom*, häufig zusätzl. mit psychot. Anteilen (s. Depression, psychotische); Ther.: Antidepressiva od. Neuroleptika sowie Psycho- u.  
Diabetikerschulung Typ IISchulung u. Beratung von Patienten mit Diabetes z.B. die Ernährung und Hyygiene betreffend 
Drogen-/MedikamentenscreeningLabordiagnostik bei Abusus (Abhängigkeit) von Suchtmitteln, z.B. Pharmaka, Rauschdrogen, Alkohol, Nikotin usw. 
DrogensubstitutionBehandlung von Drogenabhängigkeit durch Einsatz von Drogenersatzstoffen 
Dysphagieabklärung (Schluckstörungengsabklärung)Schluckstörung; nach der Lok. werden unterschieden: 1. oropharyngeale D. mit Schluckbeschwerden zu Beginn des Schluckakts (z. B. bei Angina tonsillaris) od. als sog. Verschlucken mit Hustenanfällen beim Essen, nasaler Regurgitation, evtl. Aspiration; 2. ösophageale D.: Passagebehinderung für feste u. flüssige Nahrung, häufig mit Würgereiz u. Erbrechen; Urs.: Ösophagusstenose (cave: Ösophaguskarzinom), Plummer-Vinson-Syndrom, Hiatushernie, Ösophagusdivertikel, verschluckte Fremdkörper, Ösophagusachalasie, Schlucklähmung, selten auch i. R. einer generalisierten Sklerodermie, des Taylor-Syndroms, bei diffusem Ösophagospasmus, Myasthenia gravis pseudoparalytica, myoton. Dystrophie; DD: s. Abb.; abzugrenzen sind psychogen bedingte Schluckstörungen (z. B. idiopathisches Globussymptom*, Aerophagie, psychogenes Erbrechen). 
DämmerungssehschärfenuntersuchungDuplizitäts|theorie des Sehens (­) f: Erklärung der zwei Wahrnehmungsbereiche des Sehsinns, die von der Funktionsweise u. Lok. der Rezeptoren der Retina (s. Stäbchen, Zapfen) sowie von deren Verschaltung bestimmt sind; Zapfen (höhere Reizschwelle) vermitteln Farbsehen mit max. Sehschärfe aber kleinem Gesichtsfeld (Tagessehen od. photopisches Sehen); Stäbchen (niedrigere Reizschwelle) vermitteln Hell-Dunkel-Sehen mit großem Gesichtsfeld aber niedriger Sehschärfe (Dämmerungssehen od. skotopisches Sehen). 
 
Elektrotherapie therap. Anw. des elektr. Stroms; 1. (physik. Med.) z. B. Behandlung mit Wechselströmen hoher Frequenz (Hochfrequenztherapie*), konstant fließendem frequenzlosem Gleichstrom (Galvanisation*), niederfrequenten Gleichstromimpulsen (Niederfrequenztherapie*) 2. (kardiol.) auch Defibrillation, Kardioversion, Herzschrittmacher, Katheterablation, Kardioverter-Defibrillator, implantierbarer; 3. (chir.) s. Elektrochirurgie; 4. (anästh.) auch Elektrostimulationsanalgesie; 5. (psychiatr.) auch Elektrokrampftherapie.  
EndoprothetikErsatzstück aus Fremdmaterial, das einem erkrankten od. zerstörten Gewebe- bzw. Organteil (z. B. Hüft-, Knie-, Ellenbogengelenk) nachgebildet ist u. in das Innere des Körpers eingebracht wird; z. B. Totalendoprothese* der Hüfte mit alloplast. Ersatz von Kopf u. Pfanne bei Koxarthrose. Vgl. Implantate, Osteosynthese. 
EntwicklungsdiagnostikFeststellen von i.d.R. dauerhaften Persönlichkeitsveränderungen infolge anhaltender psyh. Belastung oder Frustration 
Ernährungsberatungz. B. bei Diabetes, Über- o. Untergewicht 
Eßstörungen - Behandlung vonEßstörungen, psychogene: Störungen der Nahrungsaufnahme (Dysorexie) bzw. des Körpergewichts (Dysponderosis) ohne org. Ursachen, die sich in versch. klin. Bildern manifestieren u. ineinander übergehen können (Dysorexie-Dysponderosis-Kontinuum, Einteilung nach den Folgen: 1. extreme Magerkeit durch Fasten (Anorexia* nervosa); 2. Magersucht mit Erbrechen u. Laxanzien/Diuretika-Abusus (bulim. Magersucht); 3. Bulimia* nervosa bei Normalgewicht; 4. latente Adipositas; 5. Adipositas mit vermehrter Nahrungsaufnahme. 
 
FamilientherapieForm der Psychotherapie*, bei der das System Familie des psychisch erkrankten Pat. in die Behandlung einbezogen wird in der Annahme, daß die Sympt. des Pat. durch pathol. familiäre Verhaltensmuster mitbedingt bzw. stabilisiert werden; Ziel ist die Aufdeckung u. Veränderung best. familiärer Verhaltensmuster; Anw. z. B. in der Psychotherapie bei Kindern u. Jugendlichen 
Fettstoffwechsel-Diagnostiki. e. S. Metabolismus der Neutralfette*, i. w. S. auch syn. für Lipidstoffwechsel; die Aufnahme der Fettsäuren* u. Monoacylglyzerine erfolgt nach Emulgierung u. hydrolyt. Spaltung der Nahrungsfette (s. Fette) durch Triacylglyzerinlipasen* aus Magen, Dünndarm u. Pankreas durch Resorption im Dünndarm (s. Verdauung). Fettsäuren, die weniger als 12 C-Atome enthalten, werden als freie Fettsäuren* an Albumin gebunden transportiert; Fettsäuren mit 12 od. mehr C-Atomen werden in der Darmschleimhaut mit Monoacylglyzerinen zu Triacylglyzerinen (s. Triglyzeride) resynthetisiert, als Chylomikronen* über die Lymphgefäße abtransportiert u. im Serum an Lipoproteine* gebunden. Im Fettgewebe* werden Triacylglyzerine zusammen mit Cholesterinestern gespeichert u. können bei Bedarf schnell mobilisiert werden; die Biosynthese der Fette erfolgt insbes. in Leber, Fettgewebe, Niere, Lunge u. Milchdrüsen. Die erforderl. Fettsäuren werden aus Acetyl-CoA, das v. a. aus dem Abbau von Glukose stammt (s. Kohlenhydratstoffwechsel), aufgebaut. Der Katabolismus von Neutralfetten im Fettgewebe (enzymat. Hydrolyse) wird als Lipolyse* bezeichnet; der Abbau der dabei freiwerdenden Fettsäuren erfolgt in fast allen Geweben durch Betaoxidation*. Cholesterin* wird in der Leber zu Gallensäuren* abgebaut. Fettstoffwechselstörungen: s. Hyperlipoproteinämien, Hypolipoproteinämien, Lipidosen. 
FluoreszenzangiografieMethode zur Darstellung des retinalen u. uvealen Gefäßsystems bzw. Blutflusses am Augenhintergrund* nach Gabe von Nickzackförmige Begrenzung des siVerlaufsbeobachtung von Netzhaut- u. Aderhauterkrankungen (z. B. Retinopathia diabetica, Makuladegeneration). 
 
Gefäßchirurgie - PhlebologieSpezialgebiet der Chirurgie mit Anw. operativ-instrumenteller (z. T. mikrochir.) Verf. zur Wiederherstellung v. a. erkrankter od. verletzter Blutgefäße, selten von Lymphgefäßen; Methoden: direkte Gefäßnaht od. Ligatur, Patch-Plastik, Angioplastie*, Desobliteration, Varizenstripping, Gefäßtransplantation u. Bypass-Operation; Ind.: v. a. Beseitigung od. Umgehung von Strömungshindernissen bei Verschlußkrankheiten, Beseitigung pathol. Strömungsverhältnisse (z. B. bei Varikose, Aneurysma, Angiom, arteriovenöser Fistel), Änderung der Strömungsrichtung (z. B. durch Anlage eines gefäßchir. Shunts 
Gefäßdilatation - percutaneErweiterung von Gefäßen 
Geschlechtskrankheiten - Therapiedurch Geschlechtsverkehr übertragene Krkh.; bei den sog. klassischen meldepflichtigen G. handelt es sich laut Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten um Syphilis (Lues), Tripper (Gonorrhoe), Weichen Schanker (Ulcus molle) u. venerische Lymphknotenentzündung (Lymphogranuloma venereum). Daneben werden unter dem Begriff STD (engl. sexually transmitted diseases) andere sexuell übertragbare Erkr. zusammengefaßt. 
 
Hernienchirurgie - konventionellkonventionell operative Versorgung von Nabel- oder Leistenbruch durch Herniotomie (Eröffnung des Bruchsacks, Verschluß des Bruchsacks an der Basis und Resektion, ggf. mit anschließender plastischen Stabilisierung der Leistenhinterwand und Rekonstruktion des inneren und äußeren Leistenrings 
Hernienchirurgie - laparoskopischlaparoskopisch operative Versorgung von Nabel- oder Leistenbruch durch Herniotomie (Eröffnung des Bruchsacks, Verschluß des Bruchsacks an der Basis und Resektion, ggf. mit anschließender plastischen Stabilisierung der Leistenhinterwand und Rekonstruktion des inneren und äußeren Leistenrings 
 
InfektionsserologieLaborleistung im Bereich der Infektionskrankheiten 
Infusionsbehandlung mit AufbaustoffenEinbringen von Flüssigkeiten in den Körper 
InkontinenzbehandlungBehandlung bei Problemen des Zurückhaltens von Harn oder Stuhl 
 
Jugendsprechstunde - gynäkologischfrauenärztliche Betreuung weibl. Jugendlicher 
 
Zwangsneurosen - Behandlung vonZwangsstörung, Form der Neurose, bei der Zwangsphänomene (z.B. Zwangshandlung oder Zwangsgedanken) im Vordergrund stehen und Angst auftritt, wenn den Zwangsimpulsen nicht nachgegeben wird. Bedarf i.d.R. der Psychothearpie 
 
Szintigraphie - SchilddrüseVerfahren zur Aufzeichnung der räumlichen und zeitlichen Verteilung spez. Mittel (Radiopharmaka)in einzelnen Organen  
Szintigraphie - LungeVerfahren zur Aufzeichnung der räumlichen und zeitlichen Verteilung spez. Mittel (Radiopharmaka)in einzelnen Organen 
Szintigraphie - HerzVerfahren zur Aufzeichnung der räumlichen und zeitlichen Verteilung spez. Mittel (Radiopharmaka)in einzelnen Organen 
 
YAG - Laser - TherapieAbk. f. Yttrium-Aluminium-Granat-Laser spez. Laser mit geringer Schnitt- und gute Koagulationswirkung (Gerinnungswirkung). Einsatz in der Endoskopie zur Blutstillung im Magen-Darm-Trakt, zur Aufweitung bronchialer Tumorstenosen und zur laserinduzierten Lithtripsie (Zertrümmerung von Kongrementen in Hohlorganen z.B. Nierensteine, HarnletersteineGallensteine) 
 
Virologische DiagnostikLaborärztliche Untersuchung auf Viren  
Verhaltenstherapie bei Kindernaufbauende Form der Psychotherapie, bei der Verhalten als erlernte Reaktion auf eine best. Reizkonstellation (z-B. altägl. Lebenssituation) verstanden wird  
Verhaltenstherapie bei Erwachsenen/ Langzeittherapieaufbauende Form der Psychotherapie, bei der Verhalten als erlernte Reaktion auf eine best. Reizkonstellation (z-B. altägl. Lebenssituation) verstanden wird  
Verhaltenstherapie bei Erwachsenen/ Kurzzeittherapieaufbauende Form der Psychotherapie, bei der Verhalten als erlernte Reaktion auf eine best. Reizkonstellation (z-B. altägl. Lebenssituation) verstanden wird  
Verhaltenstherapie bei Erwachsenen/ Gruppenbehandlungaufbauende Form der Psychotherapie, bei der Verhalten als erlernte Reaktion auf eine best. Reizkonstellation (z-B. altägl. Lebenssituation) verstanden wird  
VarizenchirurgieKrampfadern-unregelmäßig schlauchförmige oberflächliche Venen, die mittels Verödung oder Stripping chirurgisch entfernt werden  
 
Uroflowmetrie mit Muskeltonusmessungdiagnost. Verfahren zur Objektivierung von Blasenentleerungssörung; Messung der Harnmenge pro Zeiteinheit (Harnfluß) während der Miktion (Wasserlassen). Referenzbereich für den max. Harnfluß: 20-50 ml/s  
UnfallchirurgieSpezialgebiet der Chirurgie bei Verletzung durch Unfall  
Umweltmedizininterdisziplinäres Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Erforschung, Behandlung u. Prävention umweltbedingter Gesundheitsrisiken u. Gesundheitsstörungen befaßt; Unterteilung in präventive U. mit umwelthygienischen, epidemiol. u. präventivmedizinischen Schwerpunkten sowie klinische U. mit individualmedizinischer Ausrichtung.  
Ultraschall - urologischUntersuchung von Harn- und Geschlechtsorganen mittels Ultraschall  
Ultraschall - transanal/endorektalUntersuchung vom Enddarm aus (z.B. Prostata)  
Ultraschall - orthopädischerUntersuchung von Z. B. Gelenken, Bändern und Sehnen mittels Ultraschall  
Ultraschall - MammaeSonografie der Brustdrüsen 
Ultraschall - Gefäßdiagnostik mittels DuplexverfahrenSpez. Untersuchung der Arterien mit Flußumkehr  
Ultraschall - AbdomenUntersuchung der Bauchorgane mittels Ultraschall  
UlcusbehandlungBehandlung von Geschwüren an unterschiedlichen Stellen, z.B. U.cornea - Hornhautgeschwür, U.cruris - Unterschenkelgeschwür, U. duodeni - Zwölffingerdarmgeschwür, U. durum o. molle - harter o. weicher Schanker (Geschlechtskrankheiten),U. pepticum - Geschwür in Abschnitten des Verdauungstraktes, U. rodens - Basalion, U. ventriculi - MAgengeschwür, usw.  
 
Tympanometrie/ImpedanzmessungMessung der akust. Impedanz des Trommelfells während einer Druckänderung im äußeren Gehörgang zur Beurteilung der Trommelfellbeweglichkeit (z.B. bei Trommelfellnarben), Tubenfunktion (z.B. bei Tubenkatarrh), des Mittelohrdrucks (z.B. bei Paukenhöhlenerguß) und der Funktion der Gehörknöchelchen (z.B. bei Otosklerose). Die T. ist unabhängig von der kooperation des Patienten u. deshalb fester Bestandteil der Pädaudiologie (ohrenärztliche U.bei Säuglingen u. Kleinkindern)  
TumormarkerBez. für Substanzen u. zelluläre Veränderungen, deren qualitative o. quantitative Analyse eine Aussage über Vorliegen, Verlauf o. Prognose von bösartigen Erkrankungen ermöglichen können 
TubendurchgängigkeitsprüfungUntersuchung zur Durchgängigkeit der Eileiter  
Transsexuellen-SprechstundeBeratung bei Entwicklung einer Geschlechtsidentität, die zum somat. Geschlecht in Widerspruch steht. Transsexuelle sind somat. eindeutig männlichen bzw. weiblichen Geschlechts, fühlen sich jedoch psych. in jeder Hinsicht dem anderen Geschlecht zugehörig. Kommt bei beiden Geschlechtern vor und ist streng zu trennen von der Homosexualität u. Transvestismus. T. empfinden sich in der Regel als heterosexuell, es besteht häufig ein erheblicher Leidensdruck. 
ThrombosediagnostikUltraschall u./o. Röntgenuntersuchung der Venen bei Thrombose  
Thermotherapie der ProstataMethode zur Zerstörung von Prostatatumoren  
ThermokoagulationZerstörung von Bewebe mittels Wärmesonde z.B. zur Schmerztherapie  
Testuntersuchung - orientierendeErste Untersuchung bei psych. Erkrankungen, geistiger Behinderung, geistigem Abbau im Alter  
 
Stuhl-DiagnostikUntersuchung des Stuhls auf Krankheitserreger oder Blut  
Strahlentherapie (UV-Therapie)Anwendung ionisierender Strahlung zur (kurativen od. palliativen) Behandlung maligner (selten auch benigner) Neoplasien, allein od. kombiniert mit chir. od. chemotherap. Maßnahmen; Ziele: maximale Schädigung des Tumorgewebes bei gleichzeitiger maximaler Schonung des umgebenden gesunden Gewebes; hierzu muß entw. das Tumorgewebe eine höhere Strahlensensibilität* aufweisen als gesundes Gewebe (dies ist v. a. bei schnellwachsenden, entdifferenzierten Tumoren der Fall), od. die Strahlendosis im Tumor muß durch Wahl einer geeigneten Bestrahlungsgeometrie selektiv erhöht werden: z. B. interne od. externe Bestrahlung; Verwendung von Strahlung unterschiedl. Reichweite, Gewebe-Eindringtiefe u. Strahlenqualität sowie von fixen od. beweglichen Strahlenquellen. Bei der sog. Bewegungs- od. Pendelbestrahlung treffen sich z. B. die von einer beweglichen Strahlenquelle emittierten Strahlenbündel im Tumorgebiet, während das umgebende Gewebe geschont wird; bei der sog. Gegenfeldbestrahlung erfolgt die Bestrahlung von zwei gegenüberliegenden Feldern, was eine homogenere Dosisverteilung im Tumorgebiet ermöglicht. Die sog. Stehfeldbestrahlung wird mit unverändertem Einstrahlfeld durchgeführt u. ist daher v. a. zur St. oberflächlicher Tumoren geeignet. Schließlich kann durch Wahl der zeitlichen Dosisverteilung (z. B. Fraktionierung, Protrahierung) eine höhere Schädigung des Tumorgewebes erreicht werden. Für die Bestrahlungsplanung sollte computergestützt ein präziser Isodosenplan erstellt werden. Die perkutane St. wird meist mit hochenergetischer Photonen- od. Elektronenstrahlung durchgeführt (sog. Hochenergie-, Hochvolt- bzw. Supervolt-St.): 1. Photonenstrahlung: ultraharte Röntgenstrahlung od. Gammastrahlen (z. B. Cobalt-60); ermöglicht eine hohe relative Tiefendosis bei verminderter Hautbelastung u. wenig Streustrahlung außerhalb des Nutzstrahlbündels; ihre Maximalenergie liegt meist bei 20 MeV. 2. Elektronenstrahlung bietet den Vorteil einer mit der Energie regelbaren Gewebe-Eindringtiefe (z. B. 5 cm bei 10 MeV, 10 cm bei 20 MeV) u. eines steilen Dosisabfalls hinter der praktischen Reichweite; ihre Maximalenergie liegt bei ca. 50 MeV. Daneben werden auch Neutronen-, Pi-Mesonen- u. Protonenstrahlung eingesetzt, in best. Bereichen auch Alphastrahler. Zu den NW der St.: vgl. Strahlenwirkung; s. a. Telegammatherapie, Afterloading-Verfahren, Kontaktbestrahlung, Tiefendosis; II. i. w. S. jede Anwendung elektromagnetischer Wellen* zu therap. Zwecken (z. B. Mikrowellen, Infrarotstrahlung, sichtbares Licht); 
Stoßwellentherapie von Nierensteinenoperative od. nichtoperative Zertrümmerung von Konkrementen in Hohlorganen, v. a. von Nieren-, Harnleiter- u. Blasensteinen (s. Nephrolithiasis) sowie Gallensteinen*; Verfahren: 1. extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (Abk. ESWL): berührungsfreie Zertrümmerung von Nieren- u. Gallensteinen durch mehrfache Applikation von Stoßwellen (ca. 500-2500 je Behandlung), die durch Reflexion so gebündelt werden, daß ihr zweiter Brennpunkt auf das Konkrement fokussiert wird; 2. instrumentell-invasive (perkutane) L. von Nieren- u. Gallensteinen mittels Ultraschall od. Stoßwellen über Sonden (perkutane Nephrolithotripsie, Abk. PNL, bzw. perkutane transhepatische Cholelithotripsie, Abk. PTCL); 3. bei Blasensteinen (s. Blasenstein) als transurethrale L. unter endoskop. Kontrolle (Zertrümmerung durch Ultraschall-Lithotripter od. elektrohydraulische Stoßwellen, sog. Urat-I-Methode); Entfernung der Steinfragmente mit Zangen; 4. endoskop. Zertrümmerung von kleineren Steinen mit spez. Zangen unter Sicht (Blasensteinlithotripsie). 
Stimmfunktionsprüfung/StroboskopieMethode zum Sichtbarmachen schneller period. Bewegungsabläufe mit Hilfe eines Stroboskops, das in regelmäßigen Abständen kurze Lichtblitze erzeugt, deren Frequenz variiert werden kann  
Sterilitätsdiagnostik und BehandlungZustand der Unfruchtbarkeit der Frau bzw. der Zeugungsunfähigkeit des Mannes; klinisch relevant als ungewollte Kinderlosigkeit eines Paares über (ein bis) zwei Jahre trotz regelmäßiger ungeschützter Kohabitationen; verantwortlich ist zu ca. 50 % eine St. der Frau, zu ca. 35 % eine St. des Mannes, der Rest betrifft beide Partner od. bleibt ungeklärt. Formen: 1. St. der Frau: a) primäre St. ohne bisherige Konzeption; b) sekundäre (erworbene) St. nach bereits vorangegangener Schwangerschaft (vgl. Infertilität); zu berücksichtigen ist die mit dem Alter abnehmende Fertilität der Frau (s. Fruchtbarkeitsziffer). Urs. (funktionell od. organisch): ovariell bedingt (primäre od. sekundäre Ovarialinsuffizienz), tubar bedingt (Tubenverschluß nach Salpingitis od. Tubenverwachsungen, bei Endometriose, Motilitätsstörungen), uterin bedingt (Uterusfehlbildung* Uterusmyome, Asherman-Fritsch-Syndrom, hormonal bedingte Nidationsstörung), zervikal bedingt (pathol. Zervixfaktor, Zervizitis*, anat. Veränderungen, z. B. Konisation, Emmet-Riß, Spermienantikörper im Zervixschleim der Frau), vaginal bedingt (vaginale Fehlbildungen, Kolpitis); extragenitale Urs.: Diabetes mellitus, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Fettsucht, Magersucht, hypophysäre Störungen, Genußgifte (z. B. Alkohol, Nicotin) u. a.; psychogene Urs.: Frigidität, Vaginismus, Neurosen, Dyspareunie; Diagn.: Sexualanamnese, gyn. Untersuchung, zytol. Abstrich, Kolposkopie, bakteriol. Abstrich; zur Prüfung der Ovarialfunktion Basaltemperaturmessung, Kolpozytologie, Bestimmung von Zervixfaktor u. Reinheitsgrad der Scheidenflora, Penetrationstest, Gestagentest u. Östrogentest, evtl. Endometriumbiopsie (Strichkürettage), Hysterosalpingographie, Pelviskopie sowie Gonadotropinbestimmung (DD zw. primär ovariellen u. primär zentralen Störungen). Bei der Frau sollte keine invasive Untersuchung ausgeführt werden, bevor nicht die Zeugungsfähigkeit des Mannes festgestellt wurde. 2. St. des Mannes (syn. Impotentia generandi): Urs.: gestörte Spermatogenese durch Maldescensus testis, Hodenhypoplasie, Zustand nach Hodenverletzung od. -infektion, Varikozele, hormonale Störungen (Hypothyreose, hormonaktive NNR-Tumoren, Hypopituitarismus); Verlegung der Samenwege, meist entzündl. bedingt inf. Epididymitis, Prostatitis, Urethritis, evtl. Hypospadie od. nach Vasoresektion; i. w. S. auch Kohabitationsstörungen (Impotentia* coeundi); Diagn.: Sperma*-Untersuchung, Bestimmung von FSH, LH, Testosteron zur Unterscheidung einer primären u. sek. Hodenschädigung, evtl. Hodenbiopsie. In etwa einem Fünftel der ungeklärten Fälle spielen wahrscheinl. (Auto-)Antikörper eine ursächl. Rolle (vgl. Spermienantigene). Nach Ausschluß nicht beeinflußbarer Sterilitätsursachen (z. B. gonadal bedingt beim Ullrich-Turner- od. Klinefelter-Syndrom) sollte eine Beratung über das Konzeptionsoptimum erfolgen sowie evtl. eine Insemination* bzw. In-vitro-Fertilisation od. eine Adoption zur Erfüllung des Kinderwunsches in Erwägung gezogen werden. II. (mikrobiol.) Keimfreiheit;  
Sterilisations-OPHerbeiführung der Unfruchtbarkeit eines Menschen (Sterilität) durch einen chir. Eingriff, bei dem die Ei- bzw. Samenleiter unterbrochen od. funktionsunfähig gemacht werden; im Unterschied zur Kastration bleiben die Gonaden u. damit Libido u. Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr erhalten; die Zeugungsfähigkeit erlischt erst nach Wochen. Meth.: 1. St. der Frau: Tubensterilisation*; 2. St. des Mannes: Vasoresektion*; der Eingriff beim Mann ist wesentl. einfacher u. ungefährlicher als die St. der Frau. Gesetzliche Vorschriften: Eine Zwangssterilisation ist nach den Artikeln 1 u. 2 des Grundgesetzes unzulässig u. gilt nach § 225 StGB als beabsichtigte schwere Körperverletzung; die freiwillige St. ist nach Ansicht des Bundesgerichtshofs in der Bundesrepublik Deutschland durch keine Strafvorschrift bedroht; die Muster-Berufsordnung für die deutschen Ärzte hält die St. für zulässig, wenn sie aus med., genet. od. sozialen Gründen indiziert ist. Das Betreuungsgesetz verbietet die St. Minderjähriger vollständig (§ 1631 c BGB) u. schließt für einwilligungsunfähige Betreute Zwangsmaßnahmen u. Gefälligkeitseingriffe aus (§ 1905 BGB; mit engen, den Erforderlichkeitsgrundsatz bes. betonenden Voraussetzungen zur St. u. strengen Verfahrensanforderungen). Nicht rechtswidrige St. fallen nach § 24 b SGB V unter die Leistungspflicht der GKV. Aufklärungspflicht: Vor einer St. muß der Arzt den Sterilisanden insbes. bzgl. des angestrebten Erfolgs u. der Reversibilitätschancen bes. sorgfältig u. eindringlich aufklären, auch hat er ihn auf die Notwendigkeit von Nachkontrollen (z. B. Anfertigung eines Spermiogramms) hinzuweisen; nach geltender Rechtsprechung braucht der Arzt sich bei Verheirateten nicht der Einwilligung auch des Ehepartners zu versichern. II. (hyg.) Maßnahme, die eine völlige Keimfreiheit bezweckt; nach dem DAB heißt St. (Entkeimung): „Abtöten od. Entfernen aller lebensfähigen Vegetativ- u. Dauerformen von pathogenen u. apathogenen Mikroorganismen in Stoffen, Zubereitungen od. an Gegenständen“. 
Stein-Op - ureteroskopischeEntfernung eines Harnleitersteines mittels eines spez. optischen Operationsgerätes  
SprachtherapieTherapie bei Sprachentwicklungsstörungen nach Ursachenbestimmung  
Sprachstatuserhebung bei KindernBestimmung der Sprachentwicklung und Sprachstruktur bei Kindern  
SporttraumatologieTeilgebiet der orth. Chirurgie, das sich mit den Auswirkungen sowie der Behandlung von Sporttraumen befaßt 
Sportmedizin interdisziplinärer Bereich der Medizin, der nach der offiziellen Definition des Weltverbandes für Sportmedizin theoretische u. praktische Medizin beinhaltet, welche den Einfluß von Bewegung, Training u. Sport sowie von Bewegungsmangel auf den gesunden u. kranken Menschen jeder Altersstufe untersucht, um die Befunde der Prävention, Therapie u. Rehabilitation sowie dem Sporttreibenden dienlich zu machen. Im Vordergrund stehen Forschung, Lehre u. Praxis i. R. der präventiven Medizin, ferner Leistungsdiagnostik, Bewegungstherapie u. Rehabilitation mittels Training. Die Zusatzbezeichnung Sp. kann von einem approbierten Arzt nach entspr. Weiterbildung geführt werden (sog. Sportarzt). 
SehschuleDurchführung pleoptischer u. othoptischer Übungen schielender o. sehschwacher Kinder unter augenärztlicher Leitung 
Schwangerschaftsabbruchabsichtlich herbeigeführte Beendigung einer Schwangerschaft vor Erreichen der extrauterinen Lebensfähigkeit von Embryo o. Feten; instrumentell oder pharmakologisch möglich. § 218 a StGB regelt die gestzlichen Vorraussetzungen.  
Schlafapnoe Untersuchungen (Polygrafie)Diagnostik bei anfallsweisem Auftreten von mehr als 10 Sek. dauernden Atemstillständen v.a. während des Non-REM-Schlafes; betroffen sind v.a. übergewichtige Männer zwischen 40 u. 60 Jahren; Alkohol wirkt begünstigend  
 
Röntgen - konventionellesAlle Röntgenuntersuchungen ohne CT u. MRT  
 
Kontaktlinsen - Anpassungsyn. Kontaktschalen, Haftschalen; der Hornhaut od. dem vorderen Augapfel angepaßte, durchsichtige Schalen aus hartem od. weichem Kunststoff; Ind.: Refraktionsfehler (Myopie, Hypermetropie, Astigmatismus), einseitige Aphakie (um binokulares Sehen zu ermöglichen), Keratitis, perforierende Augenverletzung. K. verbessern bes. bei Myopie die Sehschärfe, da die verkleinernde Wirkung starker Konkavgläser entfällt. Im Ggs. zur Brille besteht erhöhter Pflegebedarf; es kann zu stoffwechselbedingten Hornhautstörungen, mechan. Irritationen u. allergisch-toxischen Reaktionen auf Kontaktlinsenmaterial u. Pflegemittel kommen. 
 
Ultraschall mittels DopplerVerfahren der Ultraschalldiagnostik 
 
Phlebografie - Venendarstellung mittels RöntgenSynonym für Venografie - röntgenologische Darstellung der (Blut-)Gefäße nach Injektion eines Röntgenkontrastmittel durch direkte od. indirekte Punktion eines Gefäßes 
Proktologie - ges.amb.konservative u.operativeBehandlung von Erkrankungen im Analbereich z.B. Pruritus ani(Hautjucken mit zwanghaftem Kratzen), Analekszem, Analprolaps ( Vorfall der Analschleimhaut), Analfistel, Analfisur, perianale Thrombose o. Abszeß. Diagnostik mittels rektaler Untersuchung, Rektoskopie, Koloskopie o. Doppelkontrastuntersuchungen 
 
Umwelt- u. Flugmedizinische UntersuchungSpezialgebiet, das sich mit med. Belangen bei Flugreisen befaßt; umfaßt v.a. flugphysiologische Forschung (z.B. des sog. Jet lags) sowie Flugtauglichkeitsuntersuchung bzw. -beurteilung von Piloten und von kranken Passagieren 
Ultraschall - DuplexKomb. aus Impulsechoverfahren (B-Bild) und Dauerschallverfahren (Doppler) der Ultraschalldiagnostik zur gleichzeitigen Untersuchung der Weichteilstruktur u. des Blutstroms; Anw. z.B. zur nichtinvasiven Darstellung einer Nierenarterienstenose. Bei der farbcodierten D. (syn Angiodynografie) wird die Richtung des Blutstroms in bezug auf den Schallkopf durch unterschiedliche Farben sichtbar gemacht. 
 
Tuberkulose-DiagnostikTuberculum-Erregernachweis durch Mikroskopie, durch bakteriologische Kultur von Sputum, Bronchialsekret, Magensaft, Urin, Liquor u.a., in Ausnahmefällen auch durch Tierversuch, durch Tbc-spezifische Immunreaktion, hist. Untersuchung von Biopsiematerial oder Röntgendiagnostik  
TripletestBest. von AFP zus. mit HCG u. Östriol im Serum der Schwangeren zwischen 17. u. 20. SSW zur Risikoabschätzung in Bezug auf chromosale Aberationen beim Feten. Alphafetoprotein (Abk AFP) wird im Dottersack, in der fetalen Leber u. in Zellen des Verdauungstrakts produziert. Erhöhte Serumwerte insbes. bei Lebererkrankungen u. Tumoren. Physiol. erhöht in der Schwangerschaft u. beim Säugling (Bedeutung unbekannt); im fetalen Serum ab der 4.SSW nachweisbar, der Übertritt ins Fruchtwasser erfolgt durch den fetalen Urin. Erniedrigte Serumwerte der Mutter können ein Hinweis auf Down-Syndrom des Feten sein.  
 
Schieloperationenop. Muskeldurchtrennung; z. B. zur op. Behebung eines Strabismus (sog. Schieloperation) od. eines Torticollis, auch Ablösung der kontrahierten Hüftadduktoren am Schambein u. Ablösung der am Trochanter major ansetzenden Muskeln (s. Abb.) als Eingriff bei Arthrosis deformans zur Erzielung von Schmerz- u. Beschwerdefreiheit.  
Schmerztherapie - orthopädischeAnw. verschiedener therap. Prinzipien zur Beeinflussung akuter u. chron. Schmerzzustände (Schmerzsyndrome); 1. kausale od. palliative Behandlung der Schmerzursache (exakte Diagn. des Schmerzes!) mit dem Ziel der Schmerzaufhebung bzw. -reduktion; 2. Beseitigung nervöser od. neurohumoraler Fehlregulationen, v. a. einer sympathischen Fehlsteuerung mit Selbstunterhaltung chron. Schmerzen (vgl. Reflexdystrophie, sympathische); 3. symptomatische Sch. durch: a) Verringerung der Erregung von Schmerzrezeptoren (vgl. Schmerzleitung); b) Blockade der Nervenleitung; c) Hemmung der zentralnervösen Schmerzinformation; d) Beeinflussung des Schmerzerlebnisses; zum (kombinierten) Einsatz kommen: Pharmakotherapie (v. a. Analgetika neben Spasmolytika, zentral wirksamen Muskelrelaxanzien, Calciumantagonisten, Betarezeptorenblockern, Antikonvulsiva sowie Psychopharmaka, bes. Antidepressiva), therap. Lokalanästhesie, rückenmarknahe Analgesie, Neurolyse (vgl. Nervenblockade), physik. bzw. radiol. Therapie, Elektrostimulationsanalgesie*, Akupunktur, neurochir. Schmerzoperationen (z. B. Chordotomie), psychol. Verfahren (z. B. Biofeedback, Verhaltenstherapie). Zur subjektiven Dokumentation der Wirksamkeit ist das Führen eines Schmerztagebuchs durch die Pat. empfehlenswert.  
Schmerztherapie: interventionelle Verfahren,Anw. verschiedener therap. Prinzipien zur Beeinflussung akuter u. chron. Schmerzzustände (Schmerzsyndrome); 1. kausale od. palliative Behandlung der Schmerzursache (exakte Diagn. des Schmerzes!) mit dem Ziel der Schmerzaufhebung bzw. -reduktion; 2. Beseitigung nervöser od. neurohumoraler Fehlregulationen, v. a. einer sympathischen Fehlsteuerung mit Selbstunterhaltung chron. Schmerzen (vgl. Reflexdystrophie, sympathische); 3. symptomatische Sch. durch: a) Verringerung der Erregung von Schmerzrezeptoren (vgl. Schmerzleitung); b) Blockade der Nervenleitung; c) Hemmung der zentralnervösen Schmerzinformation; d) Beeinflussung des Schmerzerlebnisses; zum (kombinierten) Einsatz kommen: Pharmakotherapie (v. a. Analgetika neben Spasmolytika, zentral wirksamen Muskelrelaxanzien, Calciumantagonisten, Betarezeptorenblockern, Antikonvulsiva sowie Psychopharmaka, bes. Antidepressiva), therap. Lokalanästhesie, rückenmarknahe Analgesie, Neurolyse (vgl. Nervenblockade), physik. bzw. radiol. Therapie, Elektrostimulationsanalgesie*, Akupunktur, neurochir. Schmerzoperationen (z. B. Chordotomie), psychol. Verfahren (z. B. Biofeedback, Verhaltenstherapie). Zur subjektiven Dokumentation der Wirksamkeit ist das Führen eines Schmerztagebuchs durch die Pat. empfehlenswert.  
Schmerztherapie: konservativeAnw. verschiedener therap. Prinzipien zur Beeinflussung akuter u. chron. Schmerzzustände (Schmerzsyndrome); 1. kausale od. palliative Behandlung der Schmerzursache (exakte Diagn. des Schmerzes!) mit dem Ziel der Schmerzaufhebung bzw. -reduktion; 2. Beseitigung nervöser od. neurohumoraler Fehlregulationen, v. a. einer sympathischen Fehlsteuerung mit Selbstunterhaltung chron. Schmerzen (vgl. Reflexdystrophie, sympathische); 3. symptomatische Sch. durch: a) Verringerung der Erregung von Schmerzrezeptoren (vgl. Schmerzleitung); b) Blockade der Nervenleitung; c) Hemmung der zentralnervösen Schmerzinformation; d) Beeinflussung des Schmerzerlebnisses; zum (kombinierten) Einsatz kommen: Pharmakotherapie (v. a. Analgetika neben Spasmolytika, zentral wirksamen Muskelrelaxanzien, Calciumantagonisten, Betarezeptorenblockern, Antikonvulsiva sowie Psychopharmaka, bes. Antidepressiva), therap. Lokalanästhesie, rückenmarknahe Analgesie, Neurolyse (vgl. Nervenblockade), physik. bzw. radiol. Therapie, Elektrostimulationsanalgesie*, Akupunktur, neurochir. Schmerzoperationen (z. B. Chordotomie), psychol. Verfahren (z. B. Biofeedback, Verhaltenstherapie). Zur subjektiven Dokumentation der Wirksamkeit ist das Führen eines Schmerztagebuchs durch die Pat. empfehlenswert.  
Spaltlampenfotografie/Fundusfotografie/Portraitphotografiein der Augenheilkunde mikroskopische Untersuchungsmethode durch begrenztes parallelstrahliges Lichtbündel der vorderen Abschnitte u. brechenden Medien des Auges sowie (mit Zusatzgeräten) von Kammerwinkel, Glaskörper und Netzhaut 
 
Mastodyniehäufiger prämenstruell als kontinuierl. empfundenes Spannungs- u. Schwellungsgefühl meist mit diffusen od. umschriebenen Schmerzen in den Brüsten; vielfältige Urs.: endokrin-vaskulär ausgelöstes Ödem, Mastopathie, u. U. Mammakarzinom; häufig auch unklar. Der Begriff M. wurde früher für die leichteste Form der Mastopathie verwendet.  
Mastopathiein der Geschlechtsreife, v. a. bei Frauen zw. dem 35. u. 50. Lj. häufig auftretende degen. od. proliferative Umbauprozesse der Brustdrüse; als Urs. wird ein hormonelles Ungleichgewicht zw. Östrogenen u. Progesteron diskutiert. Sympt.: knotige Verhärtungen, Schmerzen (Mastodynie*), seltener pathol. Sekretion (sezernierende Mamille*, blutende Mamma*); charakterist. ist die prämenstruelle Verstärkung der Symptome. Einteilung aus diagn. u. progn. Gründen: 1. einfache M. (Grad I) mit Zunahme des Bindegewebes, Umbau des Läppchensystems u. Erweiterung der Milchgänge bis zur Ausbildung von Zysten (Mastopathia cystica fibrosa); 2. gering proliferierende M. (Grad II) mit regulären intraduktalen, soliden, adenoiden od. papillären Wucherungen des Milchgangepithels; Sonderform: sklerosierende Adenose (Schimmelbusch) mit läppchengebundener Proliferation u. Hyperplasie der Epithelien der Drüsenacini u. kleinen Ausführungsgängen, u. U. knotigen Konfluationen; dd Abgrenzung gegen szirrhöses Mammakarzinom* mitunter schwierig; 3. atypische proliferierende M. (Grad III) mit intraduktalen, intraazinösen u. intrapapillären Epithelproliferationen bei zellulären u. Kernatypien u. vermehrten Mitosen; die dd Abgrenzung präinvasiver maligner Prozesse im Bereich der Milchgänge ist nur histol. möglich. Die einfache M. wird nicht als Präkanzerose* angesehen. Bei Grad II u. Grad III besteht ein erhöhtes Entartungsrisiko, es sollten regelmäßige Kontrollen erfolgen. Mastopathie: fibrozystische Mastopathie der weiblichen Brust mit schwieligen und großzystischen Veränderungen des Gewebes in der Schnittfläche 
 
KürettageAusschabung; Verf. zur Gewinnung bzw. Entfernung von Gewebe (i. e. S. aus dem Uteruskavum) mit gefensterter scharfer od. stumpfer Kürette; Anw. zu diagn. (s. Aspirationskürettage, Strichkürettage) u. therap. Zwecken, z. B. bei Blasenmole, zum Schwangerschaftsabbruch (Saugkürettage) sowie nach Abort (Nachkürettage).(Saugkürettage) sowie nach Abort (Nachkürettage). 
 
HIV-ErkrankungSyndrom der durch die neuro- u. lymphotropen Viren HIV-1 u. HIV-2 ausgelösten Erkrankungen, das charakterisiert ist durch rezidivierende Dermatosen u. a. autoimmun. Phänomene, im weiteren Verlauf durch die Entwicklung eines Immundefekts mit Verminderung der zellulären Immunität u. bei einer Verringerung der Anzahl von Helferzellen unter 250/ml durch gehäuftes Auftreten von Erkrankungen an opportunistischen Erregern* u. Parasiten* sowie spezif. Malignome wie Kaposi*-Sarkom u. Lymphome; der Verlauf der Erkr. weist große interindividuelle Unterschiede auf, die von der Entwicklung des AIDS-Vollbildes innerh. weniger Monate nach der HIV-Infektion bis zu asymptomat. immunkompetenten Verläufen von mehr als zehn Jahren Dauer reichen. Epidemiol.: Erste Erkrankungsfälle wurden 1981 in den USA zunächst bei homosexuellen Männern, i. v.-Drogenabhängigen, Hämophiliepatienten u. Haitianern gefunden; die erste Welle der HIV-Epidemie reicht aber wahrscheinl. bis Ende der 70er Jahre zurück. Seitdem wurden (Stand Mitte 1996) weltweit bis zu 1 Mill. fortgeschrittene HIV-Erkrankungen im Stadium AIDS beobachtet, in der Bundesrepublik Deutschland ca. 13 000. Weltweit wird die Anzahl der mit HIV-1 u. HIV-2 infizierten Personen auf 20 Mill. geschätzt, in der Bundesrepublik Deutschland wird mit ca. 80 000 HIV-Infizierten gerechnet. Während in Europa u. Nordamerika bis heute überwiegend homosexuelle Männer und i. v.-drogenabhängige Frauen u. Männer ein Risiko für eine HIV-Infektion haben u. eine Ausbreitung in weite Teile der heterosexuellen Population auszubleiben scheint, sind in Zentral- u. Ostafrika bereits erhebl. Prozentsätze der Gesamtbevölkerung HIV-infiziert. Die schnellsten Ausbreitungsraten zeigt die HIV-Epidemie z. Z. in Indien u. Thailand. Ätiol./ Path.: Infektion mit HIV-1 (überwiegend in Europa u. Nordamerika verbreitet) od. HIV-2 (überwiegend in Zentral- u. Ostafrika verbreitet); bei HIV* handelt es sich um ein Retrovirus (s. Virusklassifikation, Tab.) mit einem ausgeprägten genet. Polymorphismus. Es wird durch übl. Desinfektionsmaßnahmen rasch inaktiviert. Zielzellen sind eine Subpopulation der T-Lymphozyten, die Helferzellen* (auch CD4-Zellen, T4-Lymphozyten), sowie Zellen des Monozyten-Makrophagen-Systems, mukosale Langerhans-Zellen, dendrit. lymphat. Zellen sowie Mikrogliazellen. Es existieren auch CD4-unabhängige Zelladhäsions- u. Replikationsmechanismen; die Makrophagen gelten als Reservoir von HIV im Organismus. Die persistierende HIV-Inf. führt über die Zerstörung infizierter Zellen, Autoimmunphänomene u. Immundysregulation zur Verminderung der zellulären Immunität, insbes. zur Abnahme der Helferzellen, die zu den charakterist. Erkrankungen führt. Infektion: HIV wurde im lymphat. Gewebe, in Blut, Samenflüssigkeit, Vaginalsekret, Speichel, Muttermilch u. a. Körperflüssigkeiten (Aszites, Gelenkergüsse, Liquor cerebrospinalis u. a.) infizierter Personen nachgewiesen. Epidemiol. gesichert ist bisher nur die Übertragung durch parenterale Inokulation von erregerhaltigen Körperflüssigkeiten, Blut bzw. Blutbestandteilen, d. h. insbes. beim Geschlechtsverkehr u. durch Injektionen bzw. Transfusionen. Auch unter diesen Bedingungen ist die Infektiosität des Err. geringer als die des Hepatitis-B-Virus. Die prä- u. perinatale Übertragung ist möglich, es wird bei Seropositivität der Mutter mit einem kindlichen Infektionsrisiko von unter 20 % gerechnet. Infizierte Personen entwickeln frühestens nach 4-7 Wochen im Serum nachweisbare Antikörper*, die ein infektiöses Virus nicht hemmen (nicht neutralisierende Antikörper); es ist davon auszugehen, daß diese Personen kontagiös sind. Inkubationszeit: 2-6 Wo. nach einer HIV-Infektion kommt es bei einigen Personen zu einem mononukleoseartigen Krankheitsbild, nach dessen Abklingen die HIV-Antikörper meßbar sind. Die Entwicklung eines klin. manifesten Immundefekts kann nach sechs Monaten bis 10 Jahren erfolgen. Es ist davon auszugehen, daß nicht alle, aber ein wesentl. Prozentsatz der unbehandelten HIV-Erkrankten einen manifesten Immundefekt i. S. einer AIDS-Erkrankung entwickelt. Klassifikation: Neben der Klassifikation nach Walter Reed u. der nach den Centers for Disease Control (Abk. CDC) gilt eine 1991 von der WHO vorgeschlagene Einteilung, die die HIV-Pat. in drei klinische u. drei Laborkategorien einteilt; s. Tab. 1 u. 2. Rückstufungen innerh. dieser Klassifikationen sind auch nach klin. od. immun. Besserung nicht möglich. Die neun möglichen Kategorien werden zu drei Stadien zusammengefaßt; s. Abb. Stadium 1 hat eine gute, Stadium 2 eine intermediäre u. Stadium 3 (AIDS) eine schlechte Prognose. Seit 1993 gilt in den USA eine geänderte Definition, bei der alle Pat. mit einer Anzahl von Helferzellen unter 200/ml unabhängig vom klin. Bild in Stadium 3 zusammengefaßt werden. Diese Erweiterung hat sich in Europa nicht durchgesetzt. ———————————————————————————————————————————————————————————————————————— HIV-Erkrankung Tab. 1 von der WHO vorgeschlagene Einteilung in klinische Kategorien ———————————————————————————————————————————————————————————————————————— A asymptomatische HIV-lnfektion persistierende generalisierte Lymphadenopathie (LAS) akute, symptomatische HIV-Erkrankung (auch anamnestisches mononukleoseartiges Krankheitsbild) B Erkrankungen, die auf eine Störung der zellulären Immunität hinweisen rezidivierende bakterielle Pneumonien, Meningitiden od. Septikämien oropharyngeale Candidosen vulvovaginale Candidosen (>4 Wochen) zervikale Dysplasien oder Karzinomata konstitutionelle Symptome wie Fieber >38,5° C, Diarrhoe (>4 Wochen), ungewollter Gewichtsverlust von 5-10% pulmonale Tuberkulose periphere Polyneuropathie Herpes zoster mehrerer Dermatome idiopathische thrombozytopenische Purpura orale Haarleukoplakie C AIDS definierende Erkrankungen Pneumocystis-carinii-Pneumonie Toxoplasmen-Enzephalitis ösophageale Candidosen Candidose von Trachea, Bronchien u. Lunge chronische Herpes-simplex-Läsionen, Herpesbronchitis, -pneumonitis od. -ösophagitis Zytomegalie-Retinitis symptomatische Zytomegalie-Erkrankung anderer Organe (nicht Leber oder Milz) rezidivierende Salmonella-Septikämien extrapulmonale Kryptokokkosen chronische symptomatische intestinale Kryptosporidiose od. Isosporidiose disseminierte extrapulmonale Histoplasmose atypische Mykobakteriose Kaposi-Sarkom maligne Lymphome HIV-Enzephalopathie progressive multifokale Leukenzephalopathie Wasting syndrome ———————————————————————————————————————————————————————————————————————— ———————————————————————————————————————————— HIV-Erkrankung Tab. 2 von der WHO vorgeschlagene Einteilung in Laborkategorien nach Anzahl der Helferzellen (in Gebieten, in denen keine Bestimmung der Helferzellen möglich ist, nach Anzahl der Lymphozyten) ———————————————————————————————————————————— Anzahl der Anzahl der Helferzellen/ml Lymphozyten/ml ———————————————————————————————————————————— 1 > 500 > 2000 2 200-499 1000-1999 3 < 200 < 1000 ———————————————————————————————————————————— Diagn.: klinisch unter Zugrundelegung bestimmter definierender Kategorien; Nachweis von spezif. Antikörpern mittels standardisierter serol. Testverfahren v. a. zum Nachw. von im Serum enthaltenen Ak gegen Hüllproteine gezüchteter HIV-1-Viren (ELISA-Test, auch geeignet als Screening-Verfahren), gegen virale Proteine nach deren gelelektrophoret. Auftrennung (Western- od. Immunoblot-Verfahren) bzw. ein anderer konfirmator. Test zum Nachw. von Virusmaterial in infizierten Kulturzellen mittels indirekter Immunfluoreszenz. Eine geringe Anzahl von HIV-1-Trägern ist serol. nicht zu erfassen (falsch-seronegativ); der direkte Virusnachweis ist möglich, jedoch sehr aufwendig. Obwohl zw. HIV-1- u. HIV-2-Antikörpern nur eine Kreuzreaktivität hinsichtl. der viralen Kernproteine besteht, können HIV-2-Infektionen mit den meisten kommerziellen HIV-1-Screening-Tests i. d. R. erfaßt werden. Eine signifikante Erhöhung der Serum- u. Harnkonzentration von Neopterin* als unspezif. diagn. Parameter für eine Virus-reduzierte immun. Aktivierung erfolgt frühzeitig nach HIV-Infektion u. persistiert i. d. R.; der Grad der Erhöhung hat prognostische Bedeutung. Entscheidend für die Progn. der HIV-Infektion ist die Höhe der Virusreplikation (bestimmbar durch die Messung der Viruslast*). Nach der Serokonversion stellt sich ein für den Infizierten charakterist. Viruslastwert ein; ein Wert unter 10 000 Eq/ml gilt als guter prognost. Parameter; Werte über 100 000 Eq/ml zeigen ein hohes Risiko für die Progression zu AIDS in den folgenden zehn Jahren an. Ein weiterer Parameter für eine fortschreitende Immunschwäche ist die kutane Anergie, d. h. das Ausbleiben der erwarteten Hautreaktion beim Tuberkulin- od. ähnl. Tests (v. a. als sog. Multitest mit zahlreichen Antigenen). In fortgeschrittenen Stadien findet sich außer einem erniedrigten CD4/CD8*-Quotienten (<0,5) u. einer verminderten Anzahl von Helferzellen (<250/ml) sehr häufig Leukopenie, Thrombopenie, leichte Anämie. Typische Befunde der Lymphknotenhistologie sind eine follikuläre Hyperplasie bei gleichzeitiger Lymphopenie, bei histol. Untersuchung des Thymus totale Atrophie mit nahezu vollständigem Fehlen von Hassall-Körperchen. Als „Nebeneffekt“ des Erlöschens der normalen immun. Reaktionen wird die Beurteilung klin.-serol. Befunde zunehmend schwieriger (fehlender Antikörpertiter-Anstieg bei verschiedenen Inf.). Die dd Abgrenzung gegen die schlecht definierte Nezelof-Krankheit sowie das DiGeorge-Syndrom, Wiskott-Aldrich-Syndrom, Louis-Bar-Syndrom u. a. Dysproteinämien erfolgt mittels der HIV-Serologie. Der gesicherte Nachweis von HIV-Antigenen od. von HIV-Nukleinsäure ist nach der Laborberichtsverordnung in der Fassung vom 18.12.1987 (BGBl. I S. 2819), geändert durch Gesetz vom 24.6.1994 (BGBl. I S. 146), vom behandelnden od. sonst hinzugezogenen Arzt dem zentralen AIDS-Infektionsregister beim Robert-Koch-Institut in Form eines anonymen Berichts zu melden. Ther.: 1. der HIV-Infektion: Im allgemeinen wird die HIV-Infektion mit einer Kombinationstherapie behandelt. Zur Anw. kommen a) Nukleosidanaloga (s. Virostatika), die die HIV-spezif. reverse Transkriptase hemmen. Zur Verfügung stehen z. Z.: Zidovudin* (Azidothymidin, AZT), Didanosin* (DDI) u. Zalcitabin* (DDC), Lamivudin* (3TC) u. Stavudin* (d4T). b) Proteasehemmer* wie Indinavir*, Ritonavir*, Saquinavir* u. Nelfinavir*; c) nicht-nukleosidische Reverse*-Transkriptase-Hemmer. Indikationen für eine antivirale Ther. sind: Entwicklung eines Immundefekts mit einer Anzahl von Helferzellen unter 500/ml, eine erhöhte Viruslast mit über 30 000 Kopien HIV-RNA/ml (evtl. auch schon früher), konstitutionelle Sympt. od. AIDS-definierende Erkrankungen (Gruppe B u. C, s. Tab. 1), HIV-assoziierte Enzephalitis, Thrombopenie u. Dermatosen, unabhängig von der Immunsituation. Ziel der Therapie ist eine möglichst starke Senkung der Viruslast u. damit eine Verbesserung der zellulären Immunität. Wenn unter der Therapie die Viruslast wieder ansteigt, ist von einer Resistenzbildung auszugehen; es sollten dann mind. zwei Kombinationspartner gewechselt werden. Insgesamt läßt sich durch einen rechtzeitigen Behandlungsbeginn mit antiviralen Substanzen die Progression der HIV-Erkrankung deutlich verlangsamen u. die Lebenszeit verlängern. Mit Immunmodulatoren wie Interferon-a (evtl. in Komb. mit Zidovudin) läßt sich möglicherweise die antivirale Resistenz verbessern, allerdings oft bei erhebl. NW. Derzeit wird die Therapie zumeist mit einer Komb. von Zidovudin u. Lamivudin begonnen, evtl. zusätzl. Gabe eines Proteasehemmers; bei Unverträglichkeit od. Therapieversagen individuelle Anpassung einer Kombination. 2. Primärprophylaxe: Bei einer Anzahl von Helferzellen unter 250/ml wird eine prophylakt. Behandlung gegen die in diesem Bereich häufige Pneumocystis*-carinii-Pneumonie empfohlen; mögl. Substanzen sind Pentamidin u. Cotrimoxazol; ein gleichzeitiger Toxoplasmoseschutz kann mit Dapson od. evtl. mit Atovaquon erreicht werden. 3. Sekundärprophylaxe: Da opportunistische Erkrankungen bei immundefizienten HIV-Erkrankten auch nach Abklingen der klin. Sympt. häufig erneut auftreten, ist eine prophylaktische Dauertherapie bei folgenden Inf. zu empfehlen: Pneumocystis-carinii-Pneumonie, zerebrale Toxoplasmose, Zytomegalie-Retinitis, Histoplasmose, Kryptokokkose, atyp. Mykobakteriose. 4. Psychosoziale Unterstützung unter Einbeziehung von Angehörigen, Bezugspersonen u. Selbsthilfegruppen. Impfung: Obwohl versch. Arbeitsgruppen mit unterschiedl. Verf. an einer protektiven Vakzine arbeiten, ist ein sicher protektiver Impfstoff derzeit nicht in Sicht. Probleme bereiten u. a. die Entwicklung einer Immunität auf Schleimhäuten u. die Antigenvariabilität von HIV. Progn.: variiert erheblich u. ist abhängig von der virol. u. immun. Ausgangslage, Ther. u. individuellen Faktoren. Nach zehn Jahren HIV-Infektion sind noch 20 % der Infizierten beschwerdefrei, die überwiegende Mehrzahl allerdings immundefizient. Die Progn. quoad vitam des Stadiums 3 (AIDS) ist infaust, allerdings lassen sich mit konsequenter Behandlung u. Proph. opportunist. Infektionen sowie antiviraler Ther. erhebl. Verbesserungen der Lebensqualität u. -zeit erreichen. Expositionsprophylaxe: Vermeidung des Kontakts mit Blut, Blutprodukten u. Sperma u. von Nadelstichverletzungen; HIV-Antikörperkontrolle von Blut-, Plasma- u. Organspendern sowie strenge Indikationsstellung bei Transfusionen. Die seit Mitte 1985 durchgeführten HIV-Antikörperkontrollen bei Bluttransfusionen haben eine HIV-Übertragung extrem unwahrscheinl. gemacht. Bei Stichverletzungen wird Desinfektion, Blutungsinduktion u. evtl. unmittelbar nach der Verletzung beginnende Behandlung mit einer Dreierkombination empfohlen. Bei Sexualkontakten kann die konsequente Verw. von Präservativen bei entsprechender Risikokonstellation das HIV-Infektionsrisiko erheblich vermindern. Die Infektiosität von Speichel u. Präejakulat wird kontrovers diskutiert. 
 
Anthroposophische Therapieanthroposophische Medizin, intuitive Medizin. 
 
Bronchoskopieendoskopische Untersuchung des Tracheobronchialsystems mit einem starren od. flexiblen Endoskop* in Lokalanästhesie od. Vollnarkose (Beatmungsbronchoskopie); Ind.: Diagnostik unklarer Lungenkrankheiten (Tumor, Verletzung, Infektion, interstitielle Veränderungen) durch direkte Betrachtung u. Materialgewinnung mit Hilfe von Spezialzangen, -nadeln, -bürsten od. -absaugkathetern; zur Instillation eines Röntgenkontrastmittels zur Bronchographie*, v. a. bei Verdacht auf Bronchiektasen*; als therap. Maßnahme z. B. zur Fremdkörperentfernung, Abtragung von Tumoren (mechanisch od. mit Laser*), zur endobronchialen Bestrahlung (Afterloading*-Verfahren) u. zum Absaugen  
 
Chirurgie - minimal invasive - KniegelenkAbk. MIC; Bez. für eine möglichst schonende u. wenig belastende Operationstechnik unter Verzicht auf eine breite Eröffnung von Körperhöhlen durch Einsatz von Endoskopen u. extrem verkleinerten Instrumenten; Anw. z. B. zur laparoskop. Operation chir. Erkr. (Appendizitis, Cholelithiasis, Hernien, Verwachsungen) od. zur arthroskop. Beseitigung kleinerer Gelenkschäden 
Chirurgie - minimal invasive - SchultergelenkAbk. MIC; Bez. für eine möglichst schonende u. wenig belastende Operationstechnik unter Verzicht auf eine breite Eröffnung von Körperhöhlen durch Einsatz von Endoskopen u. extrem verkleinerten Instrumenten; Anw. z. B. zur laparoskop. Operation chir. Erkr. (Appendizitis, Cholelithiasis, Hernien, Verwachsungen) od. zur arthroskop. Beseitigung kleinerer Gelenkschäden 
Chirurgie - spez. urologischespez.Chirurgie,die sich mit der Wiederherstellung von Veränderungen u. Erkr. der ableitenden Harnwege u. des männl. Genitales befaßt.  
 
Farbsinnprüfung mit Anomaloskopspektraler Farbenmischapparat zur Prüfung auf Farbenfehlsichtigkeit* (für Rot od. Grün) mittels Einstellung einer farbidentischen Mischung von spektralem Rot (l = 671 nm) u. Grün (l = 546 nm) mit definiertem Gelbton (l = 589 nm); das eingestellte Mischungsverhältnis Grün/Rot wird als Anomalquotient angegeben (normal 0,7-1,4; protanomal 0,02-0,6; deuteranomal 2,0-20,0). 
 
Gallenchirurgie - konventionellGallenblase: Vesica fellea, auch Vesica biliaris; dünnwandiger, birnenförmiger, mit glatten Muskelfasern durchsetzter Schleimhautsack; Fassungsvermögen 50 ml; Funktion: Reservoir für die Galle, Konzentration der Galle u. Ausgleich von Druckschwankungen in den äußeren Gallenwegen; Teile: Fundus, Corpus u. Collum mit Heister-Klappe; das Collum setzt sich fort in den Ductus cysticus, der sich mit dem von der Leber kommenden Ductus hepaticus comm. zum Ductus choledochus vereinigt. Mündung in die Papilla duodeni major des Zwölffingerdarms; s. Cholangitis, Cholezystitis, Cholelithiasis 
 
Hirnstammaudiometrie (BERA)brainstem electric response audiometry 
Hochvoltstrahlentherapie/ TumorbestrahlungAnwendung ionisierender Strahlung zur (kurativen od. palliativen) Behandlung maligner (selten auch benigner) Neoplasien, allein od. kombiniert mit chir. od. chemotherap. Maßnahmen; Ziele: maximale Schädigung des Tumorgewebes bei gleichzeitiger maximaler Schonung des umgebenden gesunden Gewebes; hierzu muß entw. das Tumorgewebe eine höhere Strahlensensibilität aufweisen als gesundes Gewebe (dies ist v. a. bei schnellwachsenden, entdifferenzierten Tumoren der Fall), od. die Strahlendosis im Tumor muß durch Wahl einer geeigneten Bestrahlungsgeometrie selektiv erhöht werden: z. B. interne od. externe Bestrahlung; Verwendung von Strahlung unterschiedl. Reichweite, Gewebe*-Eindringtiefe u. Strahlenqualität sowie von fixen od. beweglichen Strahlenquellen. Bei der sog. Bewegungs- od. Pendelbestrahlung treffen sich z. B. die von einer beweglichen Strahlenquelle emittierten Strahlenbündel im Tumorgebiet, während das umgebende Gewebe geschont wird; bei der sog. Gegenfeldbestrahlung erfolgt die Bestrahlung von zwei gegenüberliegenden Feldern, was eine homogenere Dosisverteilung im Tumorgebiet ermöglicht. Die sog. Stehfeldbestrahlung wird mit unverändertem Einstrahlfeld durchgeführt u. ist daher v. a. zur St. oberflächlicher Tumoren geeignet. Schließlich kann durch Wahl der zeitlichen Dosisverteilung (z. B. Fraktionierung, Protrahierung) eine höhere Schädigung des Tumorgewebes erreicht werden. Für die Bestrahlungsplanung sollte computergestützt ein präziser Isodosenplan* erstellt werden. Die perkutane St. wird meist mit hochenergetischer Photonen- od. Elektronenstrahlung durchgeführt (sog. Hochenergie-, Hochvolt- bzw. Supervolt-St.): 1. Photonenstrahlung: ultraharte Röntgenstrahlung od. Gammastrahlen (z. B. Cobalt-60); ermöglicht eine hohe relative Tiefendosis bei verminderter Hautbelastung u. wenig Streustrahlung außerhalb des Nutzstrahlbündels; ihre Maximalenergie liegt meist bei 20 MeV. 2. Elektronenstrahlung bietet den Vorteil einer mit der Energie regelbaren Gewebe-Eindringtiefe (z. B. 5 cm bei 10 MeV, 10 cm bei 20 MeV) u. eines steilen Dosisabfalls hinter der praktischen Reichweite; ihre Maximalenergie liegt bei ca. 50 MeV. Daneben werden auch Neutronen-, Pi-Mesonen- u. Protonenstrahlung eingesetzt, in best. Bereichen auch Alphastrahler. Zu den NW der St.: vgl. Strahlenwirkung; s. a. Telegammatherapie, Afterloading-Verfahren, Kontaktbestrahlung, Tiefendosis; II. i. w. S. jede Anwendung elektromagnetischer Wellen* zu therap. Zwecken (z. B. Mikrowellen, Infrarotstrahlung, sichtbares Licht) 
Hormondiagnostikchem. Signalstoffe, die meist in anat. abgegrenzten und histol. definierten Strukturen des Organismus (sog. endokrine Organe) produziert werden, über das Blut ihre Erfolgsorgane erreichen u. bereits in sehr geringen Konz. deren Stoffwechsel in charakterist. Weise beeinflussen; die spezif. Hormonwirkung wird über Hormonrezeptoren* vermittelt. Nach biochem. Kriterien unterscheidet man im menschl. Organismus: 1. Steroidhormone*; 2. Peptid- od. Proteohormone, v. a. die im Hypothalamus gebildeten Releasing*-Hormone, Oxytocin*, Vasopressin (s. ADH), die in der Hypophyse gebildeten H., Insulin u. Glucagon (Pankreas), Parathormon (Glandula parathyroidea), Calcitonin (C-Zellen der Schilddrüse) u. die meisten Gewebehormone*; entstehen aus Prohormonen*; 3. von Aminosäuren abgeleitete H. (Amine), z. B. Schilddrüsenhormone, Katecholamine, Acetylcholin; 4. von ungesättigten Fettsäuren abgeleitete H., z. B. Prostaglandine*. Lipophile H. (Steroidhormone, Eikosanoide, Schilddrüsenhormone) passieren die Zellmembran der Zielzellen u. binden an spezif. intrazelluläre Rezeptoren; hydrophile H. (Peptid- u. Proteohormone, Aminosäurenderivate) binden an der Außenseite der Zielzelle u. vermitteln ihre Wirkung über einen Second* messenger.  
Hormondiagnostik bei Männernchem. Signalstoffe, die meist in anat. abgegrenzten und histol. definierten Strukturen des Organismus (sog. endokrine Organe) produziert werden, über das Blut ihre Erfolgsorgane erreichen u. bereits in sehr geringen Konz. deren Stoffwechsel in charakterist. Weise beeinflussen; die spezif. Hormonwirkung wird über Hormonrezeptoren* vermittelt. Nach biochem. Kriterien unterscheidet man im menschl. Organismus: 1. Steroidhormone*; 2. Peptid- od. Proteohormone, v. a. die im Hypothalamus gebildeten Releasing*-Hormone, Oxytocin*, Vasopressin (s. ADH), die in der Hypophyse gebildeten H., Insulin u. Glucagon (Pankreas), Parathormon (Glandula parathyroidea), Calcitonin (C-Zellen der Schilddrüse) u. die meisten Gewebehormone*; entstehen aus Prohormonen*; 3. von Aminosäuren abgeleitete H. (Amine), z. B. Schilddrüsenhormone, Katecholamine, Acetylcholin; 4. von ungesättigten Fettsäuren abgeleitete H., z. B. Prostaglandine*. Lipophile H. (Steroidhormone, Eikosanoide, Schilddrüsenhormone) passieren die Zellmembran der Zielzellen u. binden an spezif. intrazelluläre Rezeptoren; hydrophile H. (Peptid- u. Proteohormone, Aminosäurenderivate) binden an der Außenseite der Zielzelle u. vermitteln ihre Wirkung über einen Second* messenger.  
 
LaserbehandlungLaser: Schema der Funktionsweise eines Lasers; das mittels Blitzröhre im Lasermaterial erzeugte Licht wird zwischen den Spiegeln hin- und hergepumpt, bis es (vielfach verstärkt) den teilweise durchlässigen Spiegel durchdringt und durch eine Sammellinse fokussiert werden kann. 
LasertherapieAbk. für (engl.) light amplification by stimulated emission of radiation, Lichtverstärkung durch stimulierte Emission; physik. Methode zur Erzeugung monochromat., kohärenter, (fast) paralleler Lichtstrahlung mit extrem hoher Energiedichte; Prinzip: Verstärkung elektromagnet. Wellen aus dem Spektralbereich (s. Abb.). Voraussetzung für die Auslösung eines Laserprozesses ist ein Lasermedium, das (von Ausnahmen abgesehen) mind. drei versch. Energieniveaus besitzt. Durch dauernde Zufuhr von Energie von außen wird das Medium auf ein hohes Energieniveau gepumpt, kann jedoch nur durch zusätzliche Anregung in das Grundniveau unter Aussendung von Photonen zurückfallen (sog. stimulierte Emission). Dabei werden Photonen gleicher Energie mit zeitl. u. räuml. Kohärenz ausgesandt. Das aktive Glied in einem L. kann ein Festkörper sein, vorzugsweise ein Kristall, z. B. aus Neodym (YAG-L.), ein Halbleiter od. ein Gas bzw. Gasgemisch (z. B. Neon-Helium-L.). Diese Substanzen sind entscheidend für die Wellenlänge des jeweils emittierten Lichts im ultravioletten, sichtbaren u. ultraroten Spektralbereich. Praktischer Einsatz: in der Laserchirurgie*; 1. CO2-L.: gute Schnittwirkung, geringe Koagulationswirkung; 2. Nd(Neodym)-YAG-L.: geringe Schnittwirkung, gute Koagulationswirkung; wird bes. bei der Endoskopie zur Blutstillung im Magen-Darm-Trakt, zur Aufweitung bronchialer Tumorstenosen u. zur laserinduzierten Lithotripsie* benutzt; 3. Excimer-L. (Gaslaser im ultravioletten Bereich) mit sehr kurzen Pulszeiten u. hohen Spitzenenergien (z. B. zur Laserangioplastie, Hornhaut- u. Linsenchirurgie); 4. Argon-L. mit hoher Selektivität für körpereigene Farbstoffe (z. B. Hämoglobin, Melanin).  
LungenfunktionstestÜberprüfung der Mechanik u. des Gasaustausches der Lungen in Ruhe u. unter Belastungsbedingungen; 1. atemmechanische Funktionsgrößen: Lungenvolumina; Bestimmung mittels Spirometrie u. Ganzkörperplethysmographie (Vitalkapazität der Lunge, inspiratorische Kapazität, exspiratorisches Reservevolumen, funktionelle Residualkapazität, Residualvolumen); Berechnung des Quotienten Residualvolumen zur Totalkapazität der Lungen (RV/TKL); Sekundenkapazität (Bestimmung mittels Spirometrie od. Pneumotachographie); Atemwegwiderstand (Bestimmung mittels Ganzkörperplethysmographie); pulmonale Compliance; 2. ventilatorische Funktionsgrößen (Ventilationsgrößen): Atemfrequenz, Atemminutenvolumen, Atemgrenzwert u. Atemzugvolumen, Bestimmung mittels Spirometrie; 3. Funktionsgrößen des Gasaustausches: Ermittlung des art. Sauerstoffpartial- u. Kohlensäurepartialdrucks (Blutgasanalyse); Bestimmung der pulmonalen Diffusionskapazität; 4. ergometrische Untersuchungen: s. Ergospirometrie. Eine Gegenüberstellung von Veränderungen wichtiger diagn. Parameter der Lungenfunktion bei obstruktiven bzw. restriktiven Lungenerkrankungen 
 
Mißbildungsdiagnostikhäufig bereits im frühen Säuglingsalter erkennbare, charakterist. Kombinationen kongenitaler Fehlbildungen an versch. Organsystemen;  
Mutterschaftsvorsorge (Labordiagnostik)Beratung der Schwangeren u. Überwachung der Schwangerschaft durch Arzt u. Hebamme m. dem Ziel, Abweichungen vom normalen Schwangerschaftsverlauf (s. Risikoschwangerschaft) früh zu erkennen u. Dauerschäden während od. nach der Schwangerschaft vorzubeugen; vgl. Mutterschaftsrichtlinien, Mutterschutzgesetz.  
 
NaturheilverfahrenBehandlung u. Vorbeugung von Krankheiten unter Einsatz der natürl. Umwelt entnommener u. naturbelassener Heilmittel: physik. Reize (Licht, Luft, Wärme/Kälte, Bewegung/Ruhe; spez. Ernährungsformen, pflanzliche u. a. natürliche Arzneistoffe sowie psychosoziale Einflußfaktoren (Gespräche, Beratung in Fragen der Lebensführung 
 
Osteoporose-DiagnostikErkrankung des Skelettsystems mit Verlust bzw. Verminderung von Knochensubstanz u. -struktur u. erhöhter Frakturanfälligkeit; Ätiol.: primäre O.: bisher weitgehend ungeklärt, als Teilfaktoren bei der postmenopausalen u. senilen O. sind Östrogenmangel u. Immobilisation bekannt 
 
Provokation, inhalativedas Hervorrufen; z. B. von Erscheinungen durch Reizmethoden, Tests.  
Provokationsuntersuchungendas Hervorrufen; z. B. von Erscheinungen durch Reizmethoden, Tests.  
Psychotherapie bei Erwachsenen/ Kurzzeittherapie/ tiefenpsychologisch fundierteallgemeine Bez. für alle Formen der psychol. Behandlung von psych. u. psychosomat. (unter Einbeziehung körperl. Faktoren) Störungen u. Erkr.; Formen: z. B. bioenerget. Analyse, Familientherapie, Gesprächspsychotherapie, Gruppenpsychotherapie, Gestalttherapie, Hypnotherapie (s. Hypnose), katathymes Bilderleben, best. Formen der Körpertherapie, Logotherapie, Musiktherapie, Psychoanalyse, Sexualtherapie, Transaktionsanalyse, Verhaltenstherapie. Vgl. Autogenes Training, Bewegungstherapie, Biofeedback, Ergotherapie, Mototherapie, Soziotherapie. 
Psychotherapie bei Erwachsenen/ Langzeittherapieallgemeine Bez. für alle Formen der psychol. Behandlung von psych. u. psychosomat. (unter Einbeziehung körperl. Faktoren) Störungen u. Erkr.; Formen: z. B. bioenerget. Analyse, Familientherapie, Gesprächspsychotherapie, Gruppenpsychotherapie, Gestalttherapie, Hypnotherapie (s. Hypnose), katathymes Bilderleben, best. Formen der Körpertherapie, Logotherapie, Musiktherapie, Psychoanalyse, Sexualtherapie, Transaktionsanalyse, Verhaltenstherapie. Vgl. Autogenes Training, Bewegungstherapie, Biofeedback, Ergotherapie, Mototherapie, Soziotherapie. 
Psychotherapie bei Kindernallgemeine Bez. für alle Formen der psychol. Behandlung von psych. u. psychosomat. (unter Einbeziehung körperl. Faktoren) Störungen u. Erkr.; Formen: z. B. bioenerget. Analyse, Familientherapie, Gesprächspsychotherapie, Gruppenpsychotherapie, Gestalttherapie, Hypnotherapie (s. Hypnose), katathymes Bilderleben, best. Formen der Körpertherapie, Logotherapie, Musiktherapie, Psychoanalyse, Sexualtherapie, Transaktionsanalyse, Verhaltenstherapie. Vgl. Autogenes Training, Bewegungstherapie, Biofeedback, Ergotherapie, Mototherapie, Soziotherapie. 
 
Rheumatologie - orthopädischeOberbegriff für eine Vielzahl verschiedener Erkr. unterschiedl. Ätiologie; gemeinsames Merkmal: Manifestation am Stütz- u. Bindegewebe des Bewegungsapparats u. häufige systemische Beteiligung des Bindegewebes innerer Organe (z. B. Herz, Gefäße, Lunge, Leber, Darm, Zentralnervensystem). Wegen der vielfältigen u. wenig spezif. klinischen Symptomatik (Schmerz, Funktionsbehinderung, Steifigkeit, Deformierung, systemische Organmanifestation) erfolgt die Einteilung nach ätiol. (infektiös, metabolisch, autoimmun), pathologisch-anatomischen (entzündlich, degenerativ, funktionell) u. topographischen Gesichtspunkten (rh. E. der Gelenke, Bänder, Sehnen, Muskeln, Faszien, Wirbelsäule, Knochen). Rh. E. i. e. S. umfassen systemische Bindegewebeerkrankungen (Kollagenosen) u. entzündliche Manifestationen an Gelenken u. Wirbelsäule (z. B. chronische Polyarthritis, Spondylitis ankylosans, rheumatisches Fieber, Arthritis psoriatica, systemischer Lupus erythematodes, progressive systemische Sklerose, Panarteriitis nodosa, Dermatomyositis-Polymyositis-Komplex). Den entzündlich-rheumatischen Erkr. gemeinsam sind entzündliche Immunreaktionen der mesenchymalen Gewebe, z. T. mit Autoimmunphänomenen. I. w. S. werden den rh. E. auch degenerative Erkr. der Gelenke u. Wirbelsäule zugerechnet (Arthrose, Spondylose, Spondylarthrose, Osteochondrose). Die degenerativ-rheumatischen Erkr. sind gekennzeichnet durch primär regressive Veränderungen des Knorpels bzw. der Zwischenwirbelscheiben sowie durch reparative Prozesse des Knochens. Als extraartikuläre rheumatische Erkr. (sog. Weichteilrheumatismus) werden die verschiedensten Sympt. des periartikulären Bewegungsapparats zusammengefaßt, denen vorwiegend degenerative u. funktionelle (teilweise auch entzündliche) Prozesse zugrunde liegen. Hierzu zählen Tendinosen, Tendomyosen, Fibromyalgien, Bursopathien, Periarthropathien, Insertionstendinosen. Auch einige metabolische Gelenkerkrankungen (Gichtarthritis, Chondrokalzinose, Hydroxylapatitkristall-Ablagerungskrankheit) werden den rh. E. zugerechnet. Rh. E. sind Gegenstand des Fachgebietes Rheumatologie. Zum Zweck der Integration der rheumatologischen Nomenklatur in die WHO-Klassifikation der Krankheiten (ICD) hat die internationale Rheumaliga anstelle älterer Einteilungen der rh. E. eine „Internationale Klassifikation der muskuloskelettalen Erkrankungen“ festgelegt (s. Tab.). ——————————————————————————————————————————————————————————————————————————— Erkrankungen, rheumatische Systematik nach der Internationalen Klassifikation der muskuloskelettalen Erkrankungen ——————————————————————————————————————————————————————————————————————————— I. Primäre Gelenkerkrankungen 1. Gelenkerkrankung in Zusammenhang mit Infektionen (z. B. rheumatisches Fieber, virale Arthritis, reaktive Arthritis) 2. entzündliche Polyarthritis (chronische Polyarthritis/rheumatoide Arthritis, juvenile Arthritis, Arthritis psoriatica, Spondylitis ankylosans) 3. Kristallarthropathie (Gichtarthritis, Chondrokalzinose) 4. andere spezifische Arthropathien (z. B. bei Sarkoidose, Morbus Whipple) 5. Arthrosen der peripheren Gelenke II. Systemische Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems 1. angeborene Erkrankungen (z. B. Marfan-Syndrom, Osteogenesis imperfecta, Mukopolysaccharidosen, Hämochromatose, Hypogammaglobulinämie, familiäres Mittelmeerfieber) 2. diffuse Bindegewebeerkrankungen (systemischer Lupus erythematodes, systemische Sklerodermie, Sjögren-Syndrom, Dermatopolymyositis, Panarteriitis nodosa u. a.) III. Erkrankungen der Wirbelsäule 1. Spondylopathien durch Infektionen 2. degenerative Erkrankungen (Spondylose, Osteochondrose u. a.) IV. Erkrankungen der Weichteile 1. verschiedene Formen der Myositis 2. primäre Myopathien 3. Neuromyopathien 4. Erkrankungen der Schleimbeutel 5. Erkrankungen der Sehnen und Sehnenscheiden 6. fibroblastische Veränderungen (z. B. Dupuytren-Kontraktur) 7. Kompressionssyndrome (z. B. Karpaltunnel-Syndrom) 8. Enthesiopathien, Periarthropathien (z. B. Epicondylopathia humeroradialis, Periarthropathia humeroscapularis, Periarthropathia coxae) V. Erkrankungen des Knochens und des Knorpels 
 
Schilddrüsen-OPam Hals unterh. des Kehlkopfs gelegene, die Luftröhre von ventral halbkreisförmig umfassende, schmetterlingsförmige Drüse innerer Sekretion, regelmäßig aus einem re. u. einem li. Lappen bestehend, die beide durch den etwa in Höhe des 2.-4. Trachealrings gelegenen Isthmus verbunden sind; der nicht selten vorkommende Lobus pyramidalis glandulae thyroideae entspricht dem kaudalen Rest des entwicklungsgeschichtl. wichtigen, normalerweise frühzeitig obliterierenden Ductus thyroglossalis, in dessen gesamtem Verlauf ektopes Schilddrüsengewebe, z. B. als Zungengrundstruma vorkommen kann (sog. Schilddrüsendystopie*). Die Sch. ist stark vaskularisiert u. hat eine hohe Durchblutungsrate (ca. 5 ml Blut/g/min). Histol.: von einschichtigem Epithel (einzelne Epithelzelle 15-500 mm Durchmesser) umgebene kolloidhaltige Follikel (Drüsenbläschen), in deren Lumen das von den Epithelzellen sezernierte Thyreoglobulin* als Vorstufe der Schilddrüsenhormone gespeichert wird; daneben über die gesamte Sch. verteilt parafollikuläre, sog. wasserhelle Zellen (C-Zellen, sezernieren Calcitonin); Biochemie: aktiver Transport* von anorg. Iodid aus dem Blut bzw. EZR in die Zelle (Iodination), Oxidation von Iodid zu elementarem Iod durch eine Peroxidase in Gegenwart von H2O2 (Iodisation), Iodierung von Tyrosinresten des Thyreoglobulins unter Bildung von Mono- u. Diiodtyrosinresten, die durch Transaminasen, Tautomerasen u. Peroxidasen unter Freisetzung jeweils eines Alaninrests zu Triiodthyronin (T3) bzw. Tetraiodthyronin (Thyroxin, T4) oxidativ kondensiert werden (Kopplung); Hormonsekretion: Pinozytose* von gespeichertem Kolloid durch die Schilddrüsenzellen, hydrolytische Spaltung des Thyreoglobulins in Phagolysosomen unter Einfluß einer Protease u. Freisetzung von T3, T4 (u. biol. inaktiven Thyroninen) sowie von Mono- bzw. Diiodtyrosin in das Zytoplasma. Bis zu 50 mg T3 u. etwa 80 mg T4 werden pro Tag in die Blutkapillaren sezerniert. Die iodierten Tyrosine dagegen werden intrazellulär durch mikrosomale Iodtyrosindehalogenasen enzymatisch deiodiert u. das dabei freigesetzte Iodid z. T. für die Iodination wiederverwendet. Hereditäre Enzymdefekte können die Iodination, Iodisation, Iodierung od. Deiodierung betreffen u. Ursache von Iodfehlverwertung* u. angeborener Hypothyreose* sein. Regelkreis (s. Abb.): Die Sch. produziert unter Einfluß von TSH* (Steigerung von Iodaufnahme, Iodeinbau in Thyreoglobulin u. Hormonsynthese) vermehrt Schilddrüsenhormone, was gleichzeitig zu einer Erhöhung der Hormonkonzentration von T3 bzw. T4 im Blut führt. In Abhängigkeit von der Blut-T3-(T4-)Konz., der eigentl. Regelgröße für die hormonelle Regulation der Schilddrüsenfunktion nach dem Prinzip der negativen Rückkopplung, erfolgt im Hypothalamus* (bei niedrigem Hormonspiegel) die Bildung u. Sekretion von TRH* bzw. (bei hohem Hormonspiegel) die des mit STH identischen Thyreotropin-release-inhibiting-Hormons (TRIH). Beide Releasing-Hormone erreichen die TSH-produzierenden Betazellen im Hypophysenvorderlappen (HVL) über den hypothalamo-hypophysären Kreislauf. TRH steigert dort die TSH-Sekretion, TRIH wirkt antagonistisch (Modulation der TRH-Sekretion). Metabolismus: T3 liegt zu 0,4 %, T4 sogar nur zu 0,04 % als freies, biol. aktives Hormon im Plasma vor; über 99,5 % der Schilddrüsenhormone dagegen sind reversibel an Proteine, insbes. an thyroxinbindendes Globulin (TBG, ca. 70 %), Albumin (ca. 5-10 % des T4, ca. 25-30 % des T3) u. thyroxinbindendes Präalbumin (TBPA, ca. 15-20 % des T4) gebunden. Nur die freien Hormone regulieren die Rückkopplung im Regelkreis. An den peripheren Erfolgsorganen (z. B. Leber, Muskel, Niere) kann T4 durch spezif. Deiodasen enzymatisch in das schneller u. außerdem biol. 3-8mal stärker wirksame T3 umgewandelt werden (Konversion). Dabei fällt auch das hormoninaktive rT3* (reverses T3) an. Stoffwechselwirkungen: kalorigener Effekt i. S. der Steigerung von Sauerstoffverbrauch in den Geweben u. erhöhtem Grundumsatz, Verminderung der Glukosetoleranz, proteinanabole, in hohen Dosen -katabole u. lipolytische Wirkung bei gleichzeitiger Erniedrigung der Blutlipide u. der Cholesterinkonzentration; wachstumsfördernde Wirkung (Voraussetzung für die kindl. Entwicklung), Regulation der adrenergen Rezeptoren i. S. einer erhöhten Adrenalinempfindlichkeit. 
Stoßwellentherapieoperative od. nichtoperative Zertrümmerung von Konkrementen in Hohlorganen, v. a. von Nieren-, Harnleiter- u. Blasensteinen (s. Nephrolithiasis) sowie Gallensteinen*; Verfahren: 1. extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (Abk. ESWL): berührungsfreie Zertrümmerung von Nieren- u. Gallensteinen durch mehrfache Applikation von Stoßwellen (ca. 500-2500 je Behandlung), die durch Reflexion so gebündelt werden, daß ihr zweiter Brennpunkt auf das Konkrement fokussiert wird; 2. instrumentell-invasive (perkutane) L. von Nieren- u. Gallensteinen mittels Ultraschall od. Stoßwellen über Sonden (perkutane Nephrolithotripsie, Abk. PNL, bzw. perkutane transhepatische Cholelithotripsie, Abk. PTCL); 3. bei Blasensteinen (s. Blasenstein) als transurethrale L. unter endoskop. Kontrolle (Zertrümmerung durch Ultraschall-Lithotripter od. elektrohydraulische Stoßwellen, sog. Urat-I-Methode); Entfernung der Steinfragmente mit Zangen; 4. endoskop. Zertrümmerung von kleineren Steinen mit spez. Zangen unter Sicht (Blasensteinlithotripsie). 
 
PalliativmedizinBehandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, für die das Hauptziel der Begleitung die Aufrechterhaltung der Lebensqualität ist 
 
KopfschmerzSchmerzempfindungen im Bereich des Kopfes bezeichnet. Sie beruhen auf der Reizung von schmerzempfindlichen Kopforganen (Schädeldecke, Hirnhäute, Blutgefäße im Gehirn, Hirnnerven, oberste Spinalnerven) und können bei einigen Menschen bereits durch Tragen eines Pferdeschwanzes hervorgerufen werden. Die eigentliche Gehirnsubstanz (ein Teil des Zentralnervensystems (ZNS)) ist nicht schmerzempfindlich.  
 
EndokrinologieLehre von den Hormonen 
 
Koloskopie mit PolypektomieEntfernung von Polypen während der Koloskopie 
 
Gastroskopie mit PolyektomieEntfernung von Polypen während der Gastroskopie 
 
Chirurgie - Visceralchirurg(Synonim: Bauchchirurgie) umfasst die Diagnostik (u.a. Magen und Darmspiegelung) operative Behandlung der abdominellen Organe, d. h. des gesamten Verdauungstraktes einschließlich der Speiseröhre, des Magens, des Dünn- und Dickdarmes, des Enddarmes, der Leber, des Pankreas und der Milz 
 
OsteopathieKrankheits- und Behandlungskonzepte im Bereich der Alternativmedizin 
 
TraumatologieDie Wissenschaft von den Verletzungen und Wunden sowie deren Entstehung und Therapie.