Qualität setzt sich durch - Der Erfolg ist bewiesen!
Kiel - Das Regionale Praxisnetz Kiel ist weiter auf Erfolgskurs: Seit nunmehr fast drei Jahren arbeiten über 400 Vertragsärztinnen und -ärzte aus allen Fachbereichen freiwillig zusammen und engagieren sich für eine verbesserte Patientenbetreuung. Und auch in wirtschaftlicher Hinsicht geht das Projekt auf. Nach Vorlage des zweiten Jahresergebnisses
erzielten die Mediziner in 1999 Einsparpotenziale von rund 4,4 Millionen Mark - in 1998 waren es bereits 3,7 Millionen Mark. Das haben die Auswertungen der Gesellschaft für Systemberatung im Gesundheitswesen mbH (GSbG), Kiel, unter der Leitung von Prof. Hans-Heinrich Rüschmann
jetzt ergeben.
Nicht nur die AOK Schleswig-Holstein, die als einzige Krankenkasse dieses Modellvorhaben in Kiel unterstützt, sondern auch die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) als
Vertragspartner und die Vorstandssprecher im Netz, Dr. Wolfgang Keil (Fachärzte) und Matthias Seusing (Allgemeinärzte), freuen sich über dieses positive Ergebnis.
Seit Gründung des Netzes im Oktober 1997 richten die Ärzte ihre Tätigkeit verstärkt auf die Verbesserung der Qualität der ambulanten ärztlichen Behandlung. Doppel- und Mehrfachuntersuchungen sowie Mehrfachbehandlungen sollen vermieden werden, die Verordnung von Arzneimitteln wird dabei gezielt
eingesetzt und ein Krankenhausaufenthalt erst dann eingeleitet, wenn dies medizinisch notwendig ist und ambulant alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
Die auf diesem Wege bei der AOK Schleswig-Holstein eingesparten Versichertengelder stehen den
Kieler Ärzten für Mehrleistungen und für weitere Qualitätsverbesserungen zur Verfügung.
Keil und Seusing: "Waren wir Ärzte 1998 noch intensiv damit beschäftigt, die Netzaktivitäten aufzubauen, um vor allem den Medizinern in und um Kiel die Teilnahme an 17 Arbeitsgruppen, 24 Qualitätszirkeln und diversen Foren zu ermöglichen, so konnten wir schon im zweiten Jahr unserer Netzarbeit für Patienten eine Vielzahl von Vorteilen erarbeiten. Eine Reihe von Patienten brauchten wir nicht ins Krankenhaus einweisen, weil wir selbst durch verbesserte Kooperation und Hintergrund-Dienste die Überwachung und Betreuung der Kranken übernommen haben oder ein Kurzzeit-Pflegebett zu Verfügung stand.
Prof. Rüschmann, GSbG, wies in der Kieler Versorgungsregion für die Jahre 1998 und 1999 Einsparpotenziale bezüglich der stationären Behandlung in Höhe von insgesamt DM 4.742.842,- nach, die vor allem auf Kurzzeitstationäre Behandlungen zurückzuführen sind. Hinzu kommen Minderausgaben aus dem Arzneimittelbereich von DM 3.345.415,- durch verstärkte Generika-Verordnungen. Daraus errechnet sich für 1998 und 1999 eine Gesamtsumme von DM 8.088.257,-.
Zur Erreichung dieser Einsparpotenziale in den letzten beiden Jahren hat die AOK Schleswig-Holstein das Kieler Praxisnetz mit einem Investitionsvolumen von nahezu fünf Millionen Mark gefördert. Bei Beteiligung weiterer Kassenarten würde bei Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten weitere erhebliche Einsparpotenziale erreicht werden können.
Peter Buschmann, Vorstandsvorsitzender der AOK Schleswig-Holstein: "Die Netz-Idee, nämlich die optimale Nutzung der knapper werdenden Mittel im Gesundheitswesen, ist hier in Kiel und Umgebung voll erfüllt worden! Das erweiterte Angebot ist von den Patienten akzeptiert und als echte Verbesserung angenommen worden. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass eine verbesserte ärztliche Versorgung im Kieler Praxisnetz zu einer schnelleren Genesung und einer Steigerung der Lebensqualität führt.
Die Ärzte sind verantwortungsvoll mit den Versichertenbeiträgen umgegangen, ohne das Leistungen vermindert oder vorenthalten wurden. Für mich ist und bleibt unverständlich, warum andere Kassen sich nicht unserem Modell zum Wohle aller Versicherten anschließen?"
Dr. Klaus Bittmann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein: "Das Regionale Praxisnetz Kiel hat in drei Jahren gezeigt, dass sich das Engagement der Ärzte und die Förderung der AOK doppelt auszahlen: Sowohl die Qualität der Patientenversorgung als auch die Wirtschaftlichkeit der Behandlungen konnten durch das Netz verbessert werden. Diese Entwicklung zeichnet sich auch in den Netzen ab, die noch nicht so lange bestehen."